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Europapokalsiegersommerschnipsel (Teil 1): Alles fließt!

Drei Wochen und drei Tage ist er jetzt her, DER Tag. Historisch. Legendär. Für die Ewigkeit.  Aber was ist ewig? "Il  trionfo del tempo" von Händel habe ich vor ein paar Tagen im Theater gesehen. Dort gewinnt die Zeit gegen die Schönheit und das Vergnügen. Und auch der Sommer schert sich nicht um unseren Europacupsieg, verdrängt den großen Tag, nimmt Fahrt auf wie in den Jahren zuvor. Alles blüht, duftet, quakt, zwitschert (zumindest wenn man, wie ich, auf dem Land lebt) und ich arbeite, laufe, träume, schwimme, freu mich über den wilden Himmel, schaue nachts in die Sterne und versuche, mich in den Sommerrhythmus  hineinfallen zu lassen. Bei all dem merke ich, wie sich ganz allmählich auch die Eintracht-Welt in mir wieder sortiert. Im ersten Euphorie-Schock war in mir ein einziges Gefühls-Knäuel - Glück, Ungläubigkeit, Zweifel, Befürchtungen, stille Freude, Fluchtgefühle.  Ist das, was wir grad mit der Eintracht erlebt haben, eine Art Zeitenwende? Gestern noch die Ei...

Wie im Film

Champions League Liverpool gegen Bayern oder Kino? Wir entscheiden uns am Dienstagabend dafür, uns den Eintracht-Pokalfilm anzuschauen, der - Wunder über Wunder - auch in Mainz läuft. Nur drei Vorstellungen  an drei verschiedenen Tagen, eine davon mitten in der Nacht. Wenn nicht Dienstag, 20 Uhr, wann dann? Wir fahren los. Ich freu mich sehr und habe trotzdem die leise Befürchtung, dass der Film möglicherweise zu dick aufträgt. Geht das überhaupt? Ich fürchte schon,  aber  jetzt bin ich erst einmal total gespannt und lasse mich überraschen. Der  Film läuft leider nicht in einem der schönen Programmkinos, die Mainz zu bieten hat, sondern im  Cinestar, Kino 8 - ein großer Zuschauerraum nur eine Handvoll Eintrachtler, aber immerhin zum Teil - wie ich - mit Schal oder Käppi. Haben alle anderen den Film schon gesehen oder sind wir hier in Mainz doch nur eine kleine versprengte Truppe - mer waas es net. Zusammen singen werden wir hier am Ende des Films wohl eher nic...

31. Spieltag: Der verkannte Niko

Was für eine Eintracht-Woche mit Auf und Ab und einem Wechselbad zwischen Wut, Apathie,  Trotz, Glück und Zweifel, immer wieder Zweifel. Da war die Klatsche in Leverkusen, die man geahnt hatte. Klar, so würde es kommen. Saison am Arsch. Der immer noch trotzige Trainer,  der keinen Fehler gemacht hat und ruhig schläft. Beleidigt,  verkannt. Die Bayern, die den ebenfalls beleidigten Fredi Bobic "zur Räson"bringen. Geburtstagsfeiern in Geretsried. Haha. Hoho. So war das also. Die Versöhnung. Kein Misston in der Geschäftsstelle,  nirgends. Beste Freunde.  Die nicht enden wollende Kette der Stand jetzt-Witze. Aus Niko wird der Kroate bzw. der Kroate mit dem eiskalten Blick. Größte Enttäuschung ever. Menschlich, moralisch. Besser er geht jetzt gleich. Aber so ist das Geschäft. Und da ist der Verein, der größer ist als wir alle. Formierung der ersten Jetzt erst recht-Rufe. Die Fokussierung. Die Mannschaft, die sich nicht aus dem Konzept bringen lässt. Dann das präsi...

Impressionen von der Waldtribüne vor dem Spiel gegen Freiburg

Ungewöhnliche Umstände befördern ungewöhnliche Verhaltensweisen. Während ich normalerweise immer kurz vor knapp in letzter Minute Richtung Stadion hechele, habe ich mir vorgenommen, mir im neuen Jahr - nicht nur in Sachen Waldstadion - zeitlich etwas mehr Luft zu verschaffen. Hurra - der Anfang ist gemacht und ich schaffe es tatsächlich schon um kurz nach 1 im rheinhessischen Hinterland in Richtung Waldstadion zu starten. Die Vorteile der früheren Anfahrt sind offensichtlich. Kein Stau nirgends, mein Lieblingsparkplatz ist noch frei, statt zum Stadion zu rennen, schlendere ich zügig, aber entspannt durch den Wald und genieße die Spieltagsatmosphäre. Aus allen Richtungen strömen große und kleine Adler, zu Fuß, per Rad oder S-Bahn, einzeln oder in Gruppen, Mützen, Schals. Bratwurst Walter dampft, Pulks von Menschen stehen  um Tische und Bänke und diskutieren die bevorstehenden Ereignisse und aktuellen Fragezeichen. Rückrunde. Heimspiele. Pokal. Hradecky. Reihe mich am Eingang in eine...

Das Eintracht-Museum feiert Geburtstag: Es war ein dufter Abend!*

(Nachtrag vom 29.11.2017) Viel zu lange war ich nicht mehr im Eintracht-Museum, aber heute, bei der Geburtstagsfeier zum 10-jährigen Bestehen will ich unbedingt dabei sein, schon vor Wochen habe ich mir Karten besorgt und am Dienstagabend, pünktlich (!) um halb Sieben biege ich auf den Stadionparkplatz ein. Dort ergattere  ich - hurra - einen der letzten noch freien Plätze, das Waldstadion leuchtet heimelig in der Ferne und ich mache mich erwartungsfroh auf den Weg. „Ich hab auf dich gewartet“, schallt es mir schon nach wenigen Metern entgegen. Dort steht Frank, mit dem ich mich für heute Abend verabredet habe. Wie das in Facebook-Whatsapp-Zeiten so ist, hören wir zwar regelmäßig voneinander,  haben uns aber - da wir auch im Stadion an verschiedenen Ecken sitzen - seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Frank hat ein Geschenk für mich dabei,  das er schon seit einiger Zeit bei sich zu Hause im Schrank liegen hat, und jetzt wissen wir auch ganz genau, wann wir uns zum l...

In geheimer Mission

„Auf jetzt!“ lautet das offizielle Eintracht-Motto der letzten Wochen, das zeigt, wie eine Marketing-Idee  zündet, wenn sie den richtigen Nerv trifft. „Auf jetzt!“  schallt es aus allen Eintracht-Ecken: Fanclub-Videos, Facebook-Profile, T-Shirts, Poster, Kids-Club, selbstgemalte Pappbildchen, du und ich,  Selfies, Oka meldet sich aus Philadelphia, Ansgar Brinkmann von überall. Schui, Binde, Charly. Fjörtoft. Thomas Sobotzik. Thomas Zampach, Daniel Hartwich. Goethe himself. Sebastian Vettel  - neee, der fehlt noch.  Auf jetzt – läuft. Dabei sind die allerletzten Feinheiten der genau ausgeklügelten Auf jetzt-Strategie noch gar nicht in die Öffentlichkeit vorgedrungen. Beispiele?

Humor ist, wenn man trotzdem siegt.

Heute geht es also weiter mit der – wie heißt das noch gleich? Ach ja... – Bundesliga. Die laufende Saison hat wegen der vielen Unterbrechungen einen fast schon irrealen (oder surrealen?) Touch. Von "laufend" kann man eigentlich nicht sprechen. Immerhin dürfen wir jetzt bis Weihnachten durchspielen, das ist doch was und wir können im Echtbetrieb herausfinden, wer oder was (und vielleicht auch wer wie viel) läuft. Die Eintracht spielt heute gegen Gladbach. Das sind die, die da stehen, wo wir eigentlich stehen könnten, wenn wir damals nicht abgestiegen wären. Aber ich bin mir ziemlich sicher: Wenn wir vor drei Jahren nicht abgestiegen wären, dann stünden wir heute auch nicht da, wo die heute stehen, weil uns dann sicher noch irgendetwas anderes eingefallen wäre, um selbiges zu verhindern. Und wenn wir da stünden, wäre es auch nicht recht. Weil! Sowieso! Überhaupt!

Europa - wir kommen: Erste Runde Baku...

Heute. Endlich. Es geht los: Ungefähr 2.050 Tage nach dem letzten Auftritt in Europa ( ein hitziges 2:2 bei Fenerbahce Istanbul  und damit knapp das Aus in der Gruppenphase) spielt die Eintracht wieder mit auf der europäischen Bühne. Gestern sind die Mannschaft und der erste Fan-Flieger nach Baku aufgebrochen. Die ersten Fotos (dankenswerterweise nicht nur in Facebook, sondern auch   im Eintracht-Forum ) zeigen entspannte, erwartungsvolle Gesichter, das erste Training,  bunt bemalte Fassaden. Nur noch knapp 8 Stunden. Wie das kribbelt.

Von Adlern, Schlangen und neuen Trikots - Impressionen am Rande der Trikotpräsentation.

Es war letzten Freitag als ich von einem lieben Adler-Freund fast gleichzeitig eine SMS,  eine Mail und im Eintracht-Forum eine PN bekommen habe: „Hast du Lust mit mir als Fotografin zur Eintracht-Trikotpräsentation zu kommen. Zusage jetzt sofort.“   Steht das da wirklich? Kann  mein Glück kaum fassen. Lust? Ob ich Lust habe? Was für eine Frage. Ja, klar. Sofort. Wann? Wie? Wo? Ich  verspreche hoch und heilig pünktlich da zu sein, jede Unwägbarkeit auszuschließen. Falls mich auf dem Weg zum Treffpunkt Aliens kapern, werde ich sie eigenhändig zurück zum Mond schießen. Und tatsächlich – am Donnerstag bin ich punktgenau um kurz nach halb zehn am Redaktionstreffpunkt in Mainz.  Frank  weist mich noch kurz in die Geheimnisse der High-Professional Spiegelreflexkamera ein  ( „Deckel von der Linse vorher runter machen...“ ) und dann brausen wir los. Wolken wehen, die Sonne blitzt  und ein paar Regentropfen fallen. Aus dem DVD-Player tönen die Rodgau...