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Europacup-Schnipsel: Aus die Maus

Der frisch ausgebrochene Frühling macht nochmal Pause. Ein grauer, kühler Tag - Karfreitagswetter  am Gründonnerstag. Schon vor dem Spiel war im Prinzip alles klar. Bilbao wir kommen. Pünktlich bei der Ankunft vorm Stadion fängt es an zu regnen, die Bratwurst wird nass. Na gut.. Heute Choreo. Und schon davor ärgere ich mich über die hinausposaunte Motivationsansage übers Stadionmikro, mehr Pathos geht nicht: Wir! Alle über uns hinausgehen, auf dem Platz, auf den Rängen, alles geben, übers Limit, für die Stadt, für den Verein, für unsere Eintracht. Ein leichtes Würgen im Hals. Nummer kleiner geht es nicht? Auch die Ultras kleckern heute nicht, sie klotzen. Wir haben lang noch nicht genug und dazu dröhnen - nein, nicht Tankard - die Böhsen Onkelz durchs Waldstadion. Der jetzt schon sturzbetrunkene junge Mann auf der Treppe neben mir grölt und jubelt. Eine Welle von Fremdheit schwappt über mich. "Tottenham ist praktisch ein Freilos," hat mr ein premier-league kundiger Freund vor...

Der Tag, an dem der Seppl leuchtete

(Diese Schnipsel habe ich am Tag nach dem Sieg gegen Benfica notiert und wollte einen Text daraus verfassen. Daraus wurde nix, deswegen poste ich den Text leider erst heute und außerdem unbearbeitet -   neun Tage später vor dem Spiel gegen Hertha. Vielleicht ist er ja auch verspätet und in dieser Form lesenswert) Bin sehr früh am Stadion. Erst nach und nach tröpfeln aus allen Richtungen die Eintrachtler aus dem Wald.  Bratwurst bei Black and White. Spieltagsgebabbel mit Nicole. Sind wir zuversichtlich? Wir sind.

Pssst...

Heute ist er also, der Tag:  Europa-Cup. Viertelfinalrückspiel. Benfica. Und es muss an mir liegen, dass ich - nein, nicht ruhiger, aber immer stiller werde je näher das Spiel kommt. #12gegen11 ++diehauenwirweg+++  Eintracht TV-Pathos Video-Teaser.***der größte aller Abende*** Die tollsten, so was von tollsten Fans. Das tollste, sowas von tollste Sadaion. Immer noch und noch mehr Gänsehaut, vorweggenommene magische Abende, große Momente... dieser perfekt durch rationalisierte Emotionscountdown ist für mich der Overkill. Echt. Still. Ganz still. Die Sonne strahlt von einem blitzblauen Himmel. Der Flieder blüht. Ich atme  noch einmal tief durch, streife mir mein United-Colours-Shirt über den Kopf und mache mich auf in Richtung Waldstadion. Ich freu mich unfasslich auf das Spiel. Bin nervös, entnervt, angespannt, vorfreudig, kinzentriert, alles durcheinander. So viele baaaaaahs im Kopf, und so viele wenn's und aber's, so viele Fragezeichen. Es könnte so, aber auch ganz and...

Ach, Mensch!

Da war sie also tatsächlich die Chance aufs Halbfinale. Alles genau so gekommen wie gehofft und noch ein bisschen mehr. Couragiert. Mutig. Konzentriert. Selbstbewusst. Sebi Jung war bärenstark. Carlos Zambrano hat bis in die Haarspitzen geglüht, aber nichts anbrennen lassen.  Seppl Rode war tatsächlich furios – wenn auch  leider  vor allem beim Auslassen der Torchancen. Johannes Flum war weiter in Braunschweig-Form und doch dabei.. Meier war Meier. Constant Djakpa hat sich aus seinen Armen und Beinen entwirrt, manchmal. Vaclav Kadlec. Na ja. Ok. Stattdessen Rosenthal: Hey - laufstark, kreativ, mannschaftsdienlich. Marco Russ einmal mehr erstaunlich. Und Kevin Trapp hatte gar nicht so viele Möglichkeiten, die Dortmunder zur Verzweiflung zu bringen. Alles richtig gemacht. Nichts abgeschenkt. Ein Spiel auf Augenhöhe geliefert. Gekämpft.   Kurz vor Schluss ist dann bei den Dortmundern tatsächlich Jonas Hofmann eingewechselt worden. Alles genau so gekommen ...

Der runde Ball, der Pokal und die eigenen Gesetze

Immer wieder erstaunlich, was ein einziger Sieg so alles ausmacht. Nicht nur der Pokal auch das Fußballerherz hat seine eigenen Gesetze. Am Samstag vor dem Spiel gegen Braunschweig war ich der festen Überzeugung, dass wir das tiefste Tal dieser Saison noch lange nicht erreicht haben. Hauptsache irgendwie gewinnen, und dann sehen wir weiter. Schon auf dem Weg zum Stadion änderte sich meine Stimmung. Es war Regen, es war windig und grau, es war Fußball, endlich wieder. Konzentriert und kämpferisch, mutig, mit spielerischen Akzenten, herausgespielten Toren. Nach dem Spiel:  Pitschpatschnass, durchgefroren und glücklich – nicht nur diese melancholische Erleichterung wie nach dem Spiel gegen Hertha, sondern froh, richtig froh. Wir. Wieder da. War was? Heute ist Pokal. Und es ist, als ob wir uns mit dem Spiel gegen Braunschweig bereits selbst die entscheidende Vorlage gegeben haben.  Der Glaube an die irgendwo in uns lauernde Stärke ist wieder zurück. Mein Herz hüpft,  mei...