Sonntag, 22. September 2019

Nach Arsenal ist vor Dortmund

Mein Arsenal-Donnerstag war  für mich eine ganz besondere Erfahrung. Da ich Mittwoch und Donnerstag geschäftlich in Frankfurt zu tun hatte, habe ich auch dort übernachtet, und war also von Anfang an vor Ort im Europacup-Modus.  Morgens auf dem Weg zur U-Bahn freue ich mich über die  Eintracht-Fahnen, die bereits an einigen Fenstern gehisst sind. In der U-Bahn am Willy-Brandt-Platz  bejubele ich die Säulen mit den Eintracht-Legenden, Grabi, Binde, Charly alle, alle. Hach. Und als ich mich nachmittags etwas früher als offiziell aus meinem Workshop in der Frankfurt School ausklinke, begegnen mir auf dem Flur und im Aufzug Menschen mit Eintracht-Schals und Trikots. "Hey... da haben wir ja das gleich Ziel."  So hatte ich irgendwie das Gefühl, das heute nichts schief gehen kann - und als dann um halb 7 auch noch der leibhaftige Tony Yeboah auf dem Rasen stand und lautstark gefeiert wurde, war ich sicher: Das wird was.

Wurde dann bekanntermaßen ja leider nichts. Unverdient? Hätte, müsste anders ausgehen? Mmh. Na klar, wenn die Eintracht verliert, ist es immer unverdient und hätte anders ausgehen müssen. Und klar, ist im Zweifelsfall immer der Schiri schuld. 

Womit ich bei einigen allgemeinen Punkten bin, die mich im Moment im Stadion wirklich und echt nerven: 

Der immer und grundsätzlich kollektiv-hysterische Aufschrei, wenn ein Spieler der gegnerischen Mannschaft einen Eintrachtler auch nur anrempelt.

Der immer und grundsätzlich kollektiv-hysterische Aufschrei, wenn der Schiedsrichter gegen uns pfeift.

Dass von Beginn an jede Ballberührung des Gegners ausgepfiffen wird, dass gegnerische Auswechselspieler, die sich beim Europcacup  - neben unseren Spielern - direkt vor uns warm machen, von Beginn an konsequent beschimpft und ausgepfiffen werden.

Fußball ist kein Mädchenpensionat, wir sind alle unter Strom, wollen die Eintracht siegen sehen, und  ich bin bestimmt nicht zimperlich - aber, hey - das ist doof, richtig doof und hat auch nichts mit Stimmung zu tun. Da unten spielt die Eintracht gegen Arsenal und ich will schon auch gerne sehen, was Arsenal so macht, mich eventuell sogar über einen schönen Spielzug freuen (und da gab es einige) oder ihn zumindest anerkennend zur Kenntnis nehmen. Es war das erste Spiel in der Gruppenphase, es war ein wichtiges, aber  kein alles oder nichts, heute muss es werden-Spiel - da geht es auch um Fußball und nicht nur und ausschließlich ums permanente Ausrasten.

Haben wir unverdient verloren? Unglücklich irgendwie schon, unverdient sicher nicht - dazu ist im Moment einfach zu viel Sand im Getriebe. Die bekannten Abwehrlücken, die Arsenal immer wieder cool und konsequente ausgenutzt hat, unsere eigenen, immer nur halben Chancen vor dem Tor, der erkennbar überforderte David Abraham, Kamada, der dieses Mal keinen Sahnetag erwischt hat, Danny da Costa weit weg, von dem, was er kann. Die hohen Flanken von Timothy Chandler, die über den Strafraum hinweg irgendwo im Nirwana landen. Bas Dost, der wenig Bindung ans Spiel hat, versucht mit zurückzugehen, aber - wohl aus mangelnder Kondition - dann aber wieder damit aufhört. Und ein Kostic reicht halt nicht. 

Nicht schlimm. War erst der erste Spiel und wird besser werden. Etwas bedenklich stimmen mich die Zwischentöne, die ich in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den BVB bei Adi Hütter gehört zu haben glaube. Seppel Rode wird bald wieder dabei sein, seine Verletzung hat nichts mit der Knie-Knorpel-Vereletzung zu tun, aber er ist jetzt doch zur  Sicherheit mal zu seinem behandelnden Arzt gefahren. mmh. Bas Dost ist nicht richtig fit. Wie kann das sein?  (A.H.: "Das hat mich auch erstaunt." Mmh. ) Und Filip Kostic lässt es sich nicht verdrießen - oder doch? "Man muss viel mit den Spielern reden, es dauert eine Weile bis alles wieder passt." Nochmal mmh.

Ich bin gespannt auf das Spiel heute. (Übrigens: auch auf Dortmund, die ich vor der Saison als Meister getippt habe.)


Sonntag, 1. September 2019

Normal geht anders

Aber vielleicht sehen wir heute gegen Fortuna Düsseldorf ja einfach auch mal ein ganz normales, lässiges Bundesligaspiel?  Am Ende geht  - logisch - die Eintracht als Sieger vom Platz. Da bei uns aber im Moment nichts normal ist, vermute ich eher  dass wir Friedhelms Fortuna in diesem Jahr nicht mit 7:1, sondern, sagen wir mal, nach spektakulären 93 Minuten mit 6:4 nach Haus schicken. Und wer macht die sechs Eintracht-Tore. Na logisch: Bas Dost.


Kleines Fußball-ABC - Heute "U" wie "Unterschiedsspieler"


Unterschiedsspieler, der (pl. (selten die); fußballneudeutsch für einen Spieler, der – wie der Name schon sagt – den Unterschied machen und ein Spiel entscheiden kann. Bsp.  → Rebic, Ante (Eintracht Frankfurt) , der in der ersten Runde des DFB-Pokals 2019/20 den aufmüpfigen Drittligisten Waldhof Mannheim quasi alleine in die Knie zwang.“ In der Regel ist der → Unterschiedsspieler ein Offensivspieler, aber auch Defensivspieler „mit einer starken Technik und einem guten Gespür für Räume imOffensivspiel“  können Unterschiedsspieler sein  -  Bsp.  →Baumgartner, Christoph TSG Hoffenhei m), →Kimmich, Joshua (FC Bayern München) oder  →Kostic, Filip (Eintracht Frankfurt), der für seinen Trainer →Adi Hütter derzeit „der absoluteUnterschiedsspieler“ ist. Auch Torhüter  können den Unterschied machen (Bsp. Neuer, Manuel, FC Bayern München), was als Beleg dafür gelten kann, dass auch Spieler, die nicht der Mannschaft von →Eintracht Frankfurt angehören, →Unterschiedsspieler sein können.