Dienstag, 2. März 2021

Coole Frise, coole Jungs. Oder: Berlin, Berlin - ihn zieht es nach Berlin.

Bobic geht zu Hertha. Kann das wahr sein? So richtig kann ich es nicht glauben, als ich gestern spät Nachmittag die Meldung mitbekomme. Echt jetzt? Was will er denn da?  Mir fällt ein, dass ich gestern beim Adi Hütter-Eintracht-Treuebekenntnis darüber gestolpert bin, dass Hütter sich wünscht, dass auch Fredi Bobic bleibt. Das interpretiere ich mal als bestätigendes Indiz. Aber im Ernst: Wie kann jemand, der bei der Eintracht ist und so viel Freiraum genießt, zur Hertha wechseln wollen? Berlin sei "seine Stadt" informiert mich ein Adlerfreund. Auch das ist mir neu. Für mich war und ist Fredi Bobic Schwabe. 

Wie auch immer. Ich wollte es genauer wissen, und habe deshalb gestern Abend zum ersten Mal seit langer Zeit einmal wieder das HR Heimspiel angeschaut. Und was soll ich sagen:

Sonntag, 17. Januar 2021

Adios!

Auf der Suche nach Einträgen zu David Abraham habe ich mich grade ein wenig durch meinen Blog gezappt. Und ganz ehrlich, dabei hat mich mehr als eine kleine Welle an Melancholie überschwappt...Beim Lesen alter Spielberichte flutschen so viele wunderbare Stadionmomente an mir vorbei und bei den meisten von ihnen seit mehr als fünf Jahren (fast) immer mittendrin: Unser Kapitän. Schmal, unauffällig, stetig. Ich sehe ihn beim Aufwärmen direkt vor unserem Block, zusammen mit Timothy Chandler. Ein junger Eintrachtler aus der West hat  sich sein Trikot vom Leib gerissen, es zusammen mit Stift einem Ordner in die Hand gedrückt - er soll es unterschreiben lassen. Macht er, machen alle, die da gerade ihre Übungen absolvieren, klar. Jubel aus der Kurve. Oder das berauschende 4:2 gegen Köln, fast genau vor drei Jahren zur Fastnachtszeit: David Abraham, der nach dem Spiel mit  seinem kleinen Sohn auf dem Arm in die Kurve läuft. Der Kleine, der Richtung Kurve trippelt und beim aufbrausenden Jubel ganz schnell wieder Schutz bei seinem Papa sucht. Die bewegenden Momente nach dem Europacupspiel gegen Talinn, als die Spieler aus Tallinn trotz Niederlage nach Abpfiff auch zu uns in die Kurve laufen, sich bedanken. David Abraham umarmt seinen Gegenspieler. Der Pokalsieg in Berlin - David Abraham, der gemeinsam mit Alex Meier den Pokal in den Himmel hebt... Ach...

Samstag, 9. Januar 2021

"Jede Serie geht einmal zu Ende," sagt Adi Hütter. Und er hat recht.

Nein, nein, nein. Ich kann es einfach nicht. Seit vielen Jahren kämpfe ich einen stillen Kampf mit einem lieben Freund, der einen entscheidenden Fehler hat: Er ist ein 05er. Und immer, wenn das nächste Spiel der Eintracht in Mainz bevor steht, verfolgt er eine ganz eigene, perfide Taktik: Er stapelt tief. Mehr noch: Er behauptet mit voller Verve, dass die Mainzer gegen die Eintracht sowieso keine Chance haben, dass wir haushoch überlegen sind, einfach sang- und klanglos gewinnen. Am Anfang habe ich noch versucht zu diskutieren, - von wegen: Du bist ja wirklich ein echter Fan... so viel Vertrauen in die eigene Mannschaft muss man erst mal haben... Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde... - aber dann fing ich an, das Ganze als miesen Trick zu durchschauen. Symbolisch werde ich - schon mal stellvertretend für den Rest der Eintracht-Welt eingelullt, wohlwissend, dass es am Ende dann doch wieder kommen wird, wie es in Mainz immer kommt: Die Eintracht gewinnt. Nicht.

Pah. Nicht mit mir.

Dieses Jahr wollte ich dagegen halten, aus gutem Grund und mit guten Argumenten. Selten standen die 05er zum Zeitpunkt des Spiels gegen die Eintracht so mies da wie in dieser Saison. Und ist es nicht eine besondere Spezialität der Eintracht, sich gerade gegen vermeintliche Underdogs, Tabellenletzte oder bereits feststehende Absteiger voll in die Nesseln zu setzen? Wie oft waren wir   - gefühlt oder tatsächlich - die einzige Mannschaft, die gegen ansonsten sieglose Teams als Verlierer vom Platz ging. Ich erinnere mich an Spiele gegen die Stuttgarter Kickers oder gegen Bochum  - omg wie lang ist das her? - Nieselregen, 12.000 Zuschauer und am Ende ein 0:1 gegen den Tabellenletzten. Deswegen der Versuch einer innerlichen Kehrtwende: Wenn unverbrüchlicher Glaube an das Gute nichts nützt, dann muss das Gegenteil helfen, heißt: Selbst den Teufel an die Wand malen "Ha", konterte ich also in diesem Jahr als das Geplänkel im Vorfeld des Spiels ("Wenn ihr nach Mainz kommt, fegt ihr uns vom Platz...") anfing. "Ha, von wegen. Keine Panik, dieses Jahr werden wir garantiert bei euch nix holen. Wenn ihr sonst nichts mehr gewinnt - die drei Punkte gegen uns habt ihr sicher." Wenn ich dachte, ich hätte ihm damit den Wind aus den Segeln genommen, war ich falsch gewickelt. "Ha ha", war seine Antwort "Du glaubst doch nicht, dass du mich mit meinen eigenen Waffen ausknocken kannst. Solche Prognosen funktionieren nur, wenn du wirklich daran glaubst."

Da hatte ich den Salat. Ich war ertappt, denn natürlich habe ich tief in meinem Innern und wider besseres Erfahrungswissen keine Sekunde daran geglaubt, dass wir in Mainz verlieren. Dieses Jahr, dieses Jahr wird es anders, dieses Jahr KÖNNEN die Mainzer gar nicht gewinnen - das war der wahre Text der Melodie, die in mir klang... Was also tun? Seit jetzt vier Wochen versuche ich, mich ernsthaft selbst davon zu überzeugen, nicht an einen Sieg in Mainz zu glauben. Wir verlieren.  Natürlich verlieren wir. Sagte ich mir, sagte ich zu jedem, der es hören oder nicht hören wollte. Und fast, fast hatte ich mich selbst überlistet. Aber dann kam der Tag, an dem die 05er ihre Trainer- und Führungsriege umgekrempelt haben. Heidel is back, Schmidt is back. Svensson - sprich: "der Bo" - is back. Und seitdem haben sie, hat mein 05er Freund fast schon unverschämtes Oberwasser. Eben noch Absteiger ("Geht alles den Bach runter..."), heute schon wieder auf hohen Rossen - aus "die Mannschaft" sind jetzt wieder "Unsere Buben" geworden, der Abstieg steht nicht schon praktisch fest, sondern das Gefühl für die Zukunft ist "richtig gut. Das passt."  Und das schlimmste ist: Er könnte recht haben und es passt für die Mainzer wirklich. Jedenfalls ist der Zeitpunkt für die Rückbesinnung auf das, was die 05er ihre Tugenden nennen, denkbar ungünstig. Oder vielleicht gerade nicht?

Mich befreit es jedenfalls von dieser künstlich herbeigeredeten Sack und Asche-Haltung. Ob wir am Samstag endlich einmal wieder bei den 05ern gewinnen? Aber selbstverständlich gewinnen wir. Selbstverständlich. Oder...? 

Donnerstag, 24. Dezember 2020

I can see a better time

Jedes Jahr an Weihnachten freue ich mich darauf, dass die Welt allmählich still wird. Das ist in diesem Jahr anders, es ist schon still.  Draußen ist es grau. Für morgen ist Schnee angekündigt. Keine Termine, keine Pläne. Trotzalledem: Es ist Weihnachten, die Katzen kuscheln sich auf der Heizung, die Glocken klingen. Und wie in jedem Jahr singt hier Shane so laut er kann. Wir alle singen. I can see a better time, where all our dreams come true.

Frohe Weihnachten!

Zuguterletzt: Corona-Schnipsel 2020

Jetzt hat es also doch nicht geklappt, den Blog auch während Corona regelmäßig zu befüllen, und der Blogfaden ist gerissen. Aber wenigstens vor Weihnachten gibt es noch einmal ein Lebenszeichen und ein paar Momentaufnahmen und Gedanken. Lesewarnung: Hier geht es nur am Rande um Fußball und um die Eintracht.

Montag, 26. Oktober 2020

5. Spieltag: Auf dem Mars, auf dem Mond

Bis Ende nächsten Jahres soll es möglich sein, auf dem Mond mit dem Handy zu telefonieren und Nachrichten zu verschicken. Nokia soll es richten. Cool, dann funktioniert auf dem Mond, was in vielen ländlichen Regionen in Deutschland nicht möglich ist.  Kurz überlege ich, wie es wohl wäre einen Anruf vom Mond zu bekommen. Handy des Dorfbewohners klingelt. Es knirscht und knackt im Äther. Dorfbewohner fragt: "Wo bist du grade?" Anrufer: "Auf dem Mond."  Dorfbewohner: "Hey, echt...Wahnsinn... aber sorry, ich bin hier nicht auf, sondern hinter dem Mond...und da ist gleich wieder das Netz weg."

Der Handyempfang ist übrigens nur der Anfang der geplanten Mondaktivitäten. Bis im Jahr 2030 soll - Stand heute - im All eine Siedlung entstehen, in der Menschen leben können. Echt jetzt. Und ich bin mir sicher, dass es einem Hessen gelingen wird,  dem Expeditionsteam einen Eintracht-Aufkleber unter zu schmuggeln, der dann - zusammen mit einer Eintracht-Ente - das Ortsschild zieren wird. Ganz sicher basteln auch die Eintracht-Verantwortlichen und ihre kompetenten digitalen Zukunftspartner bereits daran, zur Motivation der Mondbewohner von Anfang an, einen Livestream der Eintracht-Spiele auch in Moon-City anbieten zu können. Von wegen "Auf dem Mars, auf dem Mond" ist das ja eigentlich fast schon Ehrensache. Und sagen wir mal so: Im Falle einer -  zwar unwahrscheinlichen, aber durchaus auch künftig möglichen - 0:5 Niederlage bei den Bayern, kann dann ja auch auf dem Mond kurz mal das Netz weg sein. 



Sonntag, 18. Oktober 2020

Länderspielpausen-Corona-Schnipsel. Na ja, na gut, na dann...

Alles zurück auf Anfang. Da sind wir wieder, zwischen Zahlen, Prognosen und Listen mit Toten. "Es wird ein langer, harter Winter" und - ja, wir wissen es jetzt - "das Virus" bleibt uns noch lange erhalten. Nur gut, dass das jeder täglich in immer anderen Worten betont und neue Regeln daraus ableitet. Lang, hart, ok. "Die Bevölkerung" (Karl Lauterbach) versteht das. Sie versteht auch, dass wir daran selbst schuld sind, also nicht "wir", sondern "die", also diejenigen von uns, denen wir die Schuld zuweisen. Die, die feiern, Die, die dauernd überall hinfahren. Die Covidioten, Maskenverweigerer.  Wenn die nicht wären... Immer gut, wenn man ein Feindbild hat. Ist das Virus ansteckender, wenn ein Kind in drei Meter Abstand ein Rad schlägt? Wird das Aerosol beschleunigt, wenn ein, zwei oder drei Hunde  im Nachbargarten bellen? Und stimmt es, dass die für schwere Erkrankungen nötige "Virusladung" halbiert wird, wenn ich meine Maske dreimal täglich wasche? Die Wissenschaft wird neue Studien erstellen und es dann schon herausfinden. Bis es soweit ist, trage ich Maske, halte Abstand, arbeite, lese, schaue in den Sternenhimmel und streife zwischendurch auch bei Regen und Wind durch Äcker und Wälder. "Irgendwann werden wir wieder feiern, das wird ein froher Tag", so ähnlich hat es Angela Merkel neulich formuliert, aber erstmal wird (wir erinnern uns) der Winter  lang und hart.  Und: die Welt wird auch nach dem Virus nicht mehr so sein wie sie war. (Okeh, das hat (noch) niemand gesagt,  ist nur meine ganz persönliche Prognose).

Samstag, 26. September 2020

2.Spieltag: Kick-Start in den Herbst



1:3 - Yep!


Vor dem Spiel.
Hertha also. Labbadia mit gewohntem neue-Besen-Glück, starke Mannschaft, starker Auftakt. Wir? Mmh. Gegen Bielefeld grad mal so irgendwie. Hütter findet, dass die Mannschaft noch nicht wieder richtig frisch ist. Kommt Hrustic (und wenn er kommt - wollen wir jemanden wollen, der seinem vorhergehenden Arbeitgeber so eine Art  Stinkefinger zeigt?) Geht Trapp? Oder doch Rönnow? Und ist Jovic wirklich vorm Tisch? 

Während des Spiels
Aha. Ohne Da Costa, war klar. / Echt erstaunlich, dass die Stadien schon mit ein paar Tausend Zuschauern wieder richtig nach Stadion klingen. Oder ist das nur der Kontrast zum bisherigen Turnhallen-Modus? Das Spiel gegen Bielefeld hat sich letzte Woche von Außen tatsächlich sogar anders angefühlt -  im Wissen, dass da Adlerfreunde tatsächlich live vor Ort sind. / Mist, Kostic. Knie. o je. Hoffentlich nix Schlimmes. Zuber kommt, ich weiß ja nicht.../ Yep, Elfer. Silva macht den rein. Ganz sicher. Klar... macht er...... Yep! / Gibt's ja gar nicht, wir sind echt überlegen.... hätte ich nicht für möglich gehalten. Nicht brillant, aber cool, aggressiv und konzentriert. Wir stehen gut, sind extrem stark in den Zweikämpfen, die Fehlpassquote ist viel niedriger als sonst.  / Waaaa... Kamada kann ja doch noch. Der Ball segelt weich und präzis in den Strafraum. Und da ist Dost. Steht genau da wo er muss. Als ob sein Kopf den Ball magisch anzieht. Tor. Hatte ich nicht vorhin noch irgendwo gelesen, dass er gegen Hertha immer trifft. Da ist wohl was dran. (Denke an Alex Meier, der grundsätzlich immer gegen den HSV getroffen hat...)   / Da kann doch fast nix mehr schief gehen, klar Hertha wird noch mal kommen.../ Boah, das war Cordoba... Und Cunha. Trapp!!! Mann, ich mag ihn nicht so besonders, aber was für ein Torwart. Wenn die Herthaner ins Rollen kommen sind Sie schon ziemlich gut. Blitzschnell von der Breite in die Spitze. Und am Ball..wow... Hilfe. / Bämm. Der fürchterliche Rodic hat zugeschlagen. Lässig. Cool. Mit links aus dem Halbfeld um den Keeper geschlenzt. Das war's, Jungs. / Anschlusstreffer - so what? / 3 (drei!) Punkte aus Berlin. Tabellenführer. Erstmal!

Nach dem Spiel
Schließen wir uns Bruno LabbadiasFazit aus Hertha-Sicht an: "Viel zu zögerlich im vorderen Bereich, und auch im hinteren Bereich. (...) Wir nehmen viel, viel mit aus diesem Spiel." Das ist gut möglich. Aber keine Punkte! 


Und sonst?

Über Nacht ist es Herbst geworden, buchstäblich über Nacht, genau genommen sogar innerhalb von ein paar Stunden.

Am Donnerstagmorgen war ich nochmal schwimmen, nicht mehr superwarm, aber ok, schwimmen, raus, anziehen und dann noch ein bisschen in die Spätsommersonne blinzeln  und Abschied von diesem Schwimmbadsommer nehmen, der so schwierig anfing und jetzt, trotz oder wegen Corona, besonders intensiv war. Wie werde ich das vermissen. Bis um halb drei Uhr nachmittags scheint noch eine milde Sonne durch mein Bürofenster und dann, um fünf, ist es Herbst. Einfach so. Ratzfatz und von jetzt auf nachher.

Wind schüttelt die Bäume, Vögel krächzen, es regnet gleichmäßig und wie auf Kommando stellen auch unsere  drei Katzen ihren Rhythmus von Sommer auf Herbst. Der Kater, der im Sommer nur zum Fressen und Hallo-sagen vorbeikommt, bezieht seinen Platz auf dem Bürosofa. Das Kätzchen kringelt sich unter seine Decke an der Heizung. 

Ich freu mich auf dem Herbst, nehme aber in diesem Jahr wehmütiger als sonst Abschied vom Sommer. Mal sehen wie es weitergeht - mit der Eintracht, mit Corona und mit der Welt.