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Showdown in Lissabon

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So oder so (nach dem Spiel gegen den VfL Bochum)

  "Völlig unerwartet bekam am Mittwoch gegen 18.3o Uhr eine 48-jährige, die mit ihrem 21-jährigen Sohn auf einer Bank im Einkaufszentrum am Brand saß, eine Flasche Parfüm an den Kopf geworfen." (Notiz aus der Mainzer Allgemeinen Zeitung von Samstag, 8.10.) Ganz wie erwartet und innerlich gut vorbereitet traf Kerstin D. am Samstag gegen 17.15 Uhr als sie  mit ihrem 12-jährigen Kater auf einem Stuhl vor dem Laptop saß,  die 3:0-Niederlage des Champions League-Teilnehmers Eintracht Frankfurt beim bisher sieglosen Tabellenletzten VfL Bochum. (Eigene Recherche) 

Eintracht gegen Wolfsburg: Fast wie früher

Gestern im Stadion war es auf einmal wieder da: Dieses fast vergessene Gefühl aus der Vor-DFB-Pokalsieger- Vor-Corona-und-Vor-Europacusieger-Zeit. Du stehst an einem grauen Tag im Stadion. Es regnet, das Stadion ist nicht gefüllt. Ein Irgendwie-Spiel gegen einen Gegner aus dem Fußball-Niemandsland, der selbst ziemlich unter Druck steht. Das Spiel plätschert. Es ist über weite Strecken Ballgeschiebe. Und am Ende verliert die Eintracht mit 0:1.  Unterschied zu "früher": Wir wissen nicht, wie wir uns dabei fühlen sollen. Hey - so viele überwältigende Erfolge in den vergangenen Jahren, Europacupsieger, wir!, und da sollen wir  uns jetzt wegen eines 0:1 am sechsten Bundesligaspieltag, wegen eines 0:3 am ersten Champions League-Spieltag verrückt machen oder die Mannschaft in Bausch und Bogen nieder machen? Wir spenden Trost. Am Mittwoch mit minutenlangen Gesängen, Schals nach oben singen wir als Höhepunkt für die Mannschaft das Europalied. Gestern mit freundlichem Applaus und einem

Championsleague-Auftakt gegen Sporting: Wie Fahrrad fahren

 Na dann, wollen wir mal. Champions League wir kommen! Vor dem Spiel brodelt es, in der S-Bahn, vor dem Stadion, im Stadion - überall frohe, gespannte Erwartung. Und nach dem Spiel? Da brodelt es auch. Ok, da waren (warum auch immer) einige schon nicht mehr im Stadion. Aber die, die da waren standen alle. Mit erhobenen Schals. Aufrecht wie die Spargel. Schade, dass die Premiere schief gegangen ist, aber kein Grund, der Mannschaft einen Vorwurf zu machen. Hey - warum auch? Wir sind Europacup-Sieger, wir sind Eintracht Frankfurt - und jetzt haben wir ein Spiel in der Champions League verloren. Kein Drama. Noch alles offen - und selbst, wenn wir die Gruppenphase nicht überstehen sollten, sollte das für uns kein Grund zur Verzweiflung sein. "Das ist halt Königsklasse," ist jetzt überall zu lesen. "Wir zahlen Lehrgeld." Kann sein, ist aber für mich nicht der Kern des gestrigen Spiels.  Was war das denn?  Das Spiel gegen Leipzig hat mich irgendwie auf dem falschen Fuß erw

Abschiedsspiel für Alex Meier oder Eine Eintracht Zeitreise

Spät, aber doch. Abschiedsspiel für Alex Meier, das eigentlich eher Danke-Schön-Spiel heißen müsste, denn zum Glück bleibt Alex der Eintracht ja erhalten. Zum Glück, denn wenn wir Pech gehabt hätten und Alex nicht so ein duldsamer und friedlicher Zeitgenosse wäre, wenn er nicht die Kraft gehabt hätte, manches runter zu schlucken, dann hätte alles auch ganz anders kommen können. Hätte, hätte. Alex Meier ist bei uns geblieben und wurde zum Fußballgott. Und heute ist sein Abschiedsspiel.   Früh morgens wache ich auf von einem ungewohnten Geräusch. Ich springe auf, ziehe den Rolladen nach oben und tatsächlich: Es regnet. Wirklich und wahrhaftig. Zufrieden kuschele ich mich bei weitgeöffnetem Fenster nochmal ins Bett, die Katze in meiner Armbeuge gähnt. Ganz so entspannt geht der Tag nicht weiter und so komme ich nachmittags erst um kurz nach vier Uhr zu Hause los. Da ich, je nachdem wie ich mit Bus, Auto, Bahn durchkomme, gut eineinhalb Stunden ins Stadion brauche, wird es jetzt vielleicht

Es kommt immer auf die Körner an

Was erlaube Bundesliga? Die Tabelle nach den (fast) vollendeten ersten drei Spieltagen sieht (mal abgesehen von den ewigen  Bayern) doch reichlich verblüffend aus. Werder gestern in Dortmund (wow), Union gegen Leipzig (cool), Leverkusen ziert nach der erneuten Heimniederlage immer noch das Tabellenende (und Rudi Völler krault sich auf der Tribüne nachdenklich am Bart). Jedenfalls: Fast die komplette Champions League-Garde hat gestern verloren. Daran gilt es heute anzuknüpfen. Äh.. also: Nicht. Sicher ist euch auch schon aufgefallen, dass es immer wieder Begriffe gibt, die irgendwo aus dem Nichts auftauchen und dann für eine Weile da und überall präsent sind. Erst ist es cool sie zu benutzen, dann fachmännisch. Und irgendwann ist es ein Must, ein "Ich weiß Bescheid. Ich bin mittendrin. Ich verwende die richtigen Begriffe"-Ding. Jeder nutzt sie  in jedem Zusammenhang, dabei immer mit Nachdruck, so, als ob er/sie den Begriff gerade neu erfunden hätte. Und irgendwann ertappt man

Europa-Pokal-Sieger-Sommer-Schnipsel (7): Supercoup im Supercup?

Supercup - das war so ein Spiel, das mich in den vergangenen Jahren weniger als null interessiert hat. Ein zusätzlicher, künstlicher Cup, den irgendwelche Big Names untereinander austragen. Irrelevant. Heute sieht die Sache naturgemäß etwas anders aus. Ich kann nicht sagen, dass ich dem Spiel gegen Real heute maximal entgegenfiebere oder megaaufgeregt bin - aber gespannt bin ich, sehr gespannt. Einmal ein Pflichtspiel gegen Barca. Einmal gegen Real. Das sind Stoßseufzer, die viele Adler in den vergangenen Jahren (Jahrzehnten...) in den Himmel geschickt haben. Ich füge hinzu: Einmal gegen Liverpool. Zwei Drittel davon sind dann also schon mal erledigt - und warum sollte die CL-Auslosung in ein paar Wochen uns nicht nochmal ein Geschenk vor die Füße legen? Aber jetzt erstmal: Helsinki. Die Eintracht-Karawane ist in Zehntausend-Adler-Stärke längst vor Ort gelandet. Trinkt und singt - und kann sich heute (anders als vor drei Monaten in Sevilla) wenn vielleicht auch nicht über einen Sieg, d