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Posts mit dem Label "Oma" werden angezeigt.

It's only words - Jahresanfangsschnipsel

Howdy. Da hat es also begonnen, das neue Jahr und fühlt sich gar nicht so viel anders an wie das alte, und wie gehabt produziert es auch bereits wieder große und kleine Kuriositäten, Aufreger, Ärgernisse und Glücksmomente. Die Zeit zwischen den Jahren war ruhig und friedlich, mit viel frischer Luft, Musik, kurzen Ausflügen, lieben Freunden und viel Lesezeit (von Elisabeth Gaskell über Iwan Turgenjew bis zu Selma Lagerlöff) . Die Silvesternacht hat mir einen glitzernden Himmel voller Herzen beschert, und auch unser Katzen-Trio hat – jeder auf seine Weise – das Silvesterspektakel gut überstanden (je nach Temperament im hintersten Winkel   eines   Schrankes oder im Freien unter einem Busch).

Streng geheim und total entspannt: rotundschwarze Sommerschnipsel vom 1. bis zum 18. Juli

Mittwoch, 1. Juli Der Sommer strebt nach neuen Hitzerekorden. Claudia Kleinert treibt die Spannung in den abendlichen Wetternachrichten fast bis ins Unerträgliche. Werden wir die 40,2 Grad knacken? Unsere Katzen sind auch mit 40,1 schon gut bedient und wählen unterschiedliche Strategien, um der Hitze Stand zu halten. Während die kleine  schwarzundweiße Katze  ihre Tage flach liegend verbringt, mit dem Schatten im Uhrzeigersinn ums Haus wandert und die Abende auf dem Dach sitzt, kommt unser Katerle nur zwei, drei Mal am Tag und in der Nacht vorbei, um zu schauen, ob wir noch alle da sind. Er ist mager und struppig, frisst bei jeder Stippvisite zwei große Näpfe ratzfatz leer, lässt sich durchknuddeln und verschwindet wieder irgendwo im Gebüsch. Donnerstag, 2. Juli In Kanada läuft immer noch die WM der Frauen. Eher zufällig zappe ich nach langen Arbeitstagen mitunter nachts noch in ein Spiel hinein, bin guten Willens und mir manchmal  doch nich...

Rotundschwarzer Frühlingsschnipsel

(Nachtrag) Es ist der Freitag nach Ostern. Wie in jedem Jahr kommt der Frühling erst zart und allmählich und ist dann einfach da. Bricht aus. Ist nicht mehr zu halten. Und wie in jedem Jahr ist es immer wieder gleich überraschend und überwältigend. Es zwitschert. Es blüht. Die Sonne. Der Himmel. So viele unterschiedliche Grüntöne.  Unwirklich.  Mein Schreibtisch ist voll. Eigentlich sollte ich, müsste dies und außerdem jenes. Trotzdem: Am frühen Nachmittag halte ich es nicht mehr in meinem Büro aus. Mein Mit-Adler und ich machen uns auf den Weg in Richtung rheinhessisches Hinterland. 

Der Kirschbaum

Ein  wichtiger Mittelpunkt meiner Kindheit und Jugend ist der Kirschbaum, der bei uns im Garten stand. Der Baum hatte für unsere Familie eine wichtige Bedeutung. Eigentlich waren es zwei Kirschbäume, einer im Hof, einer im Garten – zum Kirschbaum im Hof,  der direkt hinter dem Haus stand, hatten wir alle eine besondere, man kann sagen: eine innige Beziehung. Der Kirschbaum war gepflanzt worden als meine Oma und mein Opa das Haus gebaut hatten, er war ebenso alt wie mein Vater. Mein erstes Baby-Foto zeigt mich zusammen mit meinem Opa unter dem Kirschbaum. Als ich ein kleines Mädchen war, war der Baum bereits riesig, höher als unser Haus und er trug jeden Sommer eine große Fülle, kleiner, köstlich schmeckender schwarzer Kirschen.

Der "Spieler der Stunde" als déjà vu

Das Spiel gegen Dortmund hat mich ein bisschen erschüttert.  Leider hat dieser Stimmung auch die  Gewissheit und der Zauber der bisherigen Wahnsinnssaison  nicht so recht Paroli bieten können. Ich war ja nicht erschüttert trotz, sondern gerade weil wir bisher so großartigen Fußball gespielt haben. Und jetzt das  -  ein Klassenunterschied.  Voller Optimismus, fast mit Siegesgewissheit war ich ins Spiel gegangen. Und dann: Nicht den Hauch einer Chance. Erst ein bisschen  mitgespielt, dann untergegangen. Gegen zehn Mann. Boah.   „Das Deja vu  ist ähnlich“ , hat Bruno Hübner gesagt  als er in der Halbzeitpause von der Sky-Reporterin auf  den Zwischenstand von 0:2 angesprochen wurde, der doch stark an das Halbzeitergebnis vom Hinspiel erinnerte. Hat mich seine Antwort zunächst vor allem wegen der sprachlichen Schieflage amüsiert, weiß ich jetzt: Der Mann musste das genau so und nicht anders sagen, um den Nagel auf den Kopf zu tr...

And now it is Christmas

Es soll ja Menschen geben, die ihre Weihnachtsgeschenke bereits im Sommer kaufen, ebenso frühzeitig die Schleifchen, Kärtchen, den Tesafilm und das Packpapier bereitlegen, um dann – spätestens zwei Wochen vor dem Fest – alles geschmackvoll zu verpacken, während im Hintergrund Weihnachtslieder erklingen.   Bei mir ist das nicht so. So viel zu denken, zu schreiben, zu erledigen, zu planen. Dies noch und das, das vielleicht nicht, dafür aber das andere.  Die Vorweihnachtszeit ist meistens hektisch, immer überraschend schnell da und viel zu schnell vorbei, oft nachdenklich, manchmal melancholisch,  fast immer bunt und ein bisschen schräg  und hat - vielleicht ja gerade deshalb – inmitten all des Trubels wunderbar frohe und stille Momente, mit schnurrenden Katzen, Plätzchen und Tee, Willa Cather und Scrooge, mit Glücksmomenten im Sprühregen auf dem Eisernen Steg, dem Blick auf die Skyline von Frankfurt und auf das glitzernde Weihnachtsmarktufer, mit  Gesprächen ...

Dumm, aber schnell, sicher, gesund und glücklich

Günther Grass ist für vielerlei bekannt, z.B. dafür, dass er sich darum sorgt, dass Europa „geistlos verkümmert “. Er scheut keinen Aufwand, um auch gleich selbst immer wieder neue Belege dafür zu liefern und schreibt merkwürdige Gedichte zu diesem und jenem, die er dann in großen Tageszeitungen veröffentlicht. Sollte das nichts nützen und es trotzdem nicht schnell genug gehen mit der Verdummung, können wir ja ein entsprechendes Beschleunigungsgesetz (doch, doch – so was gibt es)  verabschieden, um die Dinge energisch voranzutreiben. Beschleunigung täte z.B. auch gut beim Thema Happiness. Der kürzlich vorgelegte erste World Happiness Report hat  nämlich gezeigt, dass es mit dem Glücklichsein vielerorts in der Welt nicht so weit her ist. Na ja, Krieg, Hunger, Gewalt, Elend, Ungerechtigkeit können schon mal aufs Gemüt drücken. Da wird es Zeit, dass endlich – analog zum bereits bewährten und allzeit aufmerksamen Foodwatch – eine Art Happiness-Watch eingeführt wird, das uns...

Spieler der Stunde: Benni Köhler und Die Mannschaft (Two-in-one-Edition)

Aufstiegssaison 2011/12. Es hat gedauert. Die Eintracht ging ihrer Wege, sie spielte, sie gewann meistens. Sie zeigte, was an fußballerischem Vermögen in ihr steckt – mal mehr, mal weniger. Alles gut, alles schön, und doch immer ein Mangel, immer wenig, um das vergessen zu machen, was wir in der Rückrunde der vergangenen Saison erlebt haben. Immer dieses sich selbst im Zaum halten – Hoffnung, Freude, Glück, auch Jubel, aber immer merkwürdig gedämpft, auch bei den Eintrachtlern, die – wie ich – eigentlich zum Überschwang und zum Ausrasten neigen. („Do you understand my pain?“) Und jetzt auf einmal merken wir, dass es sich ganz allmählich eingestellt hat – nicht plötzlich, nicht überschwappend und laut, eher still und stetig – dieses Gefühl: Es ist unsere Mannschaft. Das da, das sind nicht nur irgendwelche Fußballer – das sind unsere Jungs. Sie sind diejenigen, die die Eintracht zurück in die erste Liga führen . („Can you cook and sow make flowers grow?“). Endlich wieder e...

Susi und ich

Vorgestern Abend, nach dem Spiel der Eintracht bei St. Pauli. Irgendwann vor Mitternacht. Wieder eine Chance sinnlos vertan. Wieder gehofft und enttäuscht worden. Wieder kein Zeichen, kein Fingerzeig. Letztes Spiel vor der Winterpause. Einmal noch, einmal noch. Nichts. Noch einmal Bilder des Spiels. Immer und immer wieder dieses dämliche zweite Tor. Der hilflose Djakpa. Die einigermaßen frei im Raum umherirrenden Schildenfeld und Anderson. Interviews. Mit verschränkten Armen und gesenkten Häuptern sitzen Heribert Bruchhagen und Armin Veh neben Axel Kruse und Helmut Schulte. Heribert Bruchhagen betont ruhig. Armin Veh gefährlich heiter. Pirmin Schwegler nachdenklich. Sebi Jung gefrustet. Alex Meier bedröppelt. Ich? Unsere Spieler sind brav und können nicht aus ihrer Haut. Ich? Schon. Sogar fahren. Bin Wütend. Traurig. Enttäuscht. Habe einen Kloß im Hals. Ein banges Gefühl ums Herz. Wird das, kann das gut gehen? Heute lese ich, dass der Wunsch des Trainers nun doch Gehör finden und es ...

Weihnachtsmänner. Ölsardinen.

In zwei Tagen ist Nikolaustag. Als ich ein kleines Mädchen war, war ich der festen Überzeugung, dass der Weihnachtsmann im Haus meiner Oma auf dem Speicher wohnte – und so ganz bin ich heute noch nicht davon überzeugt, dass das nicht vielleicht wirklich so war (oder ist). Sehr früh morgens kam er manchmal herunter in die Küche, um dort mit meiner Oma eine Tasse Kaffee zu trinken. Das war doof – so früh morgens lag ich noch im Bett und durfte bei dem Besuch nie dabei sein. Mit dem Weihnachtsmann ist es wie mit den Heinzelmännchen, erklärte mir meine Oma, wenn Kinder ihn zu Gesicht bekommen oder ihm sogar auflauern, um ihn zu sehen, kommt er nie wieder. So blieb ich im Bett, kuschelte mich noch einmal ein und spitzte die Ohren, ob ich zumindest hören konnte, was der „Niggolos“ mit meiner Oma schwätzt. Darübe bin ich dann meistens wieder eingeschlafen  und wenn ich wieder aufwachte, war es Zeit für mich zum Aufstehen. Der Weihnachtsmann war dann schon längst wieder weg. Was für ei...

Guter Rat ist (nicht) teuer

Kalt ist es geworden, in den letzten Tagen. Rund herum kränkelt alles, Schnupfen, Husten, Halsweh, Grippe, Nebenhöhlen, Ohrtubenkanal-entzündung (ja, so was gibt es!) und - wie immer – fällt mir als erster Ratschlag zur Erkältungsprävention das ein, was meine Oma mir mit auf den Weg gegeben hat: „Von unne ruff muss mer warm sein.“ Ein einfacher, aber guter Tipp, der dabei hilft, der Kälte, vielleicht ja sogar der Welt zu trotzen und der sich  für mich aus heutiger Sicht in das Bild fügt, das ich von meiner Oma bewahre, und ein ganz bestimmtes – warmes und helles – Licht auf sie wirft. Ganz anders meine Tante Lisabeth, die leider auch nicht mehr lebt. „Langes Fädchen, faules Mädchen“, pflegte sie zu z.B. sagen, wenn sie fand, dass es schon aus Prinzip verwerflich sei, wenn man – zumal als ordentliches kleines Mädchen - bei einer Aufgabe „huddelte“. Mmh. Ein eher rigides, unbarmherziges Weltbild. Und so war ich ernsthaft empört, als die Tante eines Tages behauptete, sie hätte di...