Damals, in den Wochen nachdem die Mauer gefallen war, gab es allerlei Absurdes zu sehen und zu hören. Nachhaltig in Erinnerung geblieben ist mir eine Live-Übertragung des Musikantenstadl , direkt aus Leipzig. Also – Hilfe – nicht, dass jemand auf den Gedanken kommt, dass ich zur Klientel der Musikantenstadl-Zuschauer gehöre (mir geht’s da eher, wie es einer der Weil-Brüder von den Biermösl-Blasn mal formuliert hat: „Dass man diese Sendung übersteht, ist für mich fast schon ein medizinisches Phänomen...“) - aber der Auftritt von Karl Moik in Leipzig ist in gewisser Weise sinnbildlich für die Wende-Semantik geworden. Der Text, den er in der drei-stündigen Sendung von sich gab, ach was: stammelte, bestand nämlich fast ausschließlich aus vier Worten: „Wahnsinn. Es ist der Wahnsinn.“ „Wahnsinn“ – das habe ich in den vergangenen Wochen mehr als einmal im Zusammenhang mit der Eintracht gedacht. Zum Beispiel auch in der zurückliegenden Woche, gleich am Montag. Da war Calli Calmund zu Gast...
Life and life only. Leben. Literatur. Und Eintracht Frankfurt.