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27. Spieltag: ErInnerungsPunkte

 "Da ist man hingefahren, hat drei Punkte mitgenommen und ist wieder nach Hause gefahren," sprach Fredi Bobic auf dem Frühlingsfest der Eintracht, bei dem im Palmengarten zu Frankfurt Sponsoren und Honoratioren der Eintracht zu Gast waren. So war das also früher, wenn man in Stuttgart gespielt hat und zum Auswärtsspiel bei diesem Krauterverein Eintracht angereist ist. So so. Und einmal mehr ärgere ich mich über diesen nonchalanten Schnodderton, der in meinen Ohren so klingt als sei die Eintracht ohne Fredi Bobic eine Provinzklitsche gewesen.  Ich habe mir mal die Mühe gemacht und nachgeschaut, wie oft Fredi Bobic in seiner aktiven Zeit nach Frankfurt gekommen ist  und drei Punkte mitgenommen hat. Und jetzt weiß ich es: Genau NULL mal. In Bobics Zeit beim VFB Stuttgart reichte es zu drei Unentschieden, während seiner Zeit beim BVB schlägt ebenfalls lediglich ein 1:1 zu Buche.  Beim einzigen Sieg des VFB in Frankfurt in diesen Jahren war Bobic nicht dabei. Ok, die...

26. Spieltag: Die Freiheit, das Spiel zu genießen

Von Freiheit und Genuss weit entfernt, ist allerallerspätestens seit gestern der HSV, dem in dieser Saison wohl wirklich und wahrhaftig die Bundesligaluft ausgeht, Heribert „warum hat er sich das bloß angetan“ Bruchhagen kann das Gefühl derzeit schon austesten , aber ganz sicher können wir erst dann sein, wenn wirklich der allerletzte HSV-Witz (von wegen Uhr, Dino und Raute) gemacht ist. Ganz anders die Situation bei unserer Eintracht. Sie hat in dieser Woche am 8. März ihren 119. Geburtstag gefeiert. Zeitgleich mit dem Weltfrauentag, was nichts zu bedeuten hat, und gleichzeitig mit dem zwei-jährigen-Jahrestag von Niko Kovac, was durchaus als glücklicher Zufall oder – wenn man hochgreift – sogar als schicksalshafte Fügung bezeichnet werden könnte. Seit zwei Jahren ist Niko Kovac jetzt unser Trainer und es fällt im Moment wirklich schwer ein Haar in der Suppe zu finden. Seit zwei Jahren ist Niko Kovac jetzt unser Trainer und es fällt im Moment wirklich schwer ein Haar in der Ein...

25. Spieltag: Aufwärts

Drinnen bleiben und auf dem Sofa einkuscheln  oder warm einpacken und erst recht nach draußen? Jeder hat in den letzte Tagen  seine  eigene Methode entwickelt, um mit der Eiseskälte umzugehen. (Ich zum Beispiel schlafe auch bei hohen Minustemperaturen bei offenem Fenster, allerdings - echt - mit Wollmütze...)  Gestern habe ich die ersten Vögel zwitschern hören, bevor es anfing zu schneien. Heute morgen tropft der Schnee vom Dach und es bilden sich überall Pfützen.  Temperaturmäßig geht es also aufwärts. Und bei der Eintracht?  Alex Meier ist zurück, zumindest im Training und fast sind die Bilder, die ihn am Ball zeigen, so etwas wie ein Gruß aus längst vergangenen Zeiten.  Da jedes Spiel seit einiger Zeit mit einem Label versehen wird, steht das heutige Spiel gegen Hannover  im Zeichen der "Wiedergutmachung", damit auch ja keiner auf den Gedanken kommt, dass er sich möglicherweise auf einen eher trüben Kick bei unangenehmem nasskaltem Wetter ei...

24. Spieltag: stino

Zurück Im Bundesligaalltag an einem stinknormalen Samstag zur besten Anstoßzeit zu Gast im Schwäbischen, dort, wo vor einigen Jahren Fredi Bobic gewirkt und - ich zitiere meinen schwäbischen Mit-Adler - "den VFB zugrunde gerichtet hat."  "Erst war alles super, und am Ende alles in Schutt und Asche." Wenn ich es richtig verstehe, ist Bobic also dene ihrn Heynckes und da Heynckes außerhalb von Frankfurt ja durchaus erfolgreich gewirkt hat, hege ich zwischenzeitlich zumindest vorsichtig die Hoffnung, dass es für uns am Ende mit Bobic vielleicht doch gut ausgehen kann.  Der VFB ist nach dem Aufstieg überraschend  gut in die Saison gestartet, inzwischen aber da gelandet, wo man ihn am Anfang der Saison verortet hat: im Abstiegskampf, derzeit aber im Aufwind und dies obwohl Korkut als neuer Trainer zunächst nicht gerade euphorisch aufgenommen wurde. Der Wechsel von Simon Terodde nach Köln scheint durch den heimgekehtren Mario Gomez bestens kompensiert. Eine schöne Gesch...

Nach dem 23. Spieltag: Balla balla

Hach… es ist im Moment einfach nur ein großes Glück, ein Eintrachtler zu sein. Schweben. Fliegen. Abheben. Wer oder was soll uns aufhalten auf dem Weg nach Berlin und nach Europa? Höchstens ein durchgeknallter Schiedsrichter oder der Video Assistent. Unsere Mannschaft:  Aufopferungsvoll, motiviert, kämpferisch, tolle Charaktere, einfach nur großartig. Unser Vorstand? Ein prächtiger Haufen von  aufgeklärten, toleranten Visionären, die aufs glücklichste wirtschaftliche Interessen mit Fannähe vereinen.  Unser Trainer?  Ein charmanter, hart arbeitender, demütiger, gut aussehender, wohl erzogener Sympathieträger, der immer die richtigen Worte findet und mit allen taktischen Wassern gewaschen ist. Unsere Ultras: Vorbildlich, kreativ, loyal, witzig, immer im Dienste der Fankultur und gleichzeitig die Interessen des Vereins im Blick. Ein einziges großes Wir. 99,2 % Zustimmung für Peter Fischer? Pah: 110 % für alles, was immer es sein mag. Hatte ich irgendwann, irgendwo ...

23. Spieltag: Monday, Monday

Keine Ahnung wie oft ich in dieser Woche schon angefangen habe einen Blogeintrag zu verfassen und wieder abgebrochen habe. So viele Gespräche, so viele Diskussionen, kein Ergebnis, dafür ein doofes Gefühl im Magen und, schlimmer, im Herz. Was ist richtig, was ist falsch?  Wer funktionalisiert wen?  Kann ich nur dafür oder dagegen sein?  Unterstütze ich, wenn ich Montags ins Stadion gehe, die weitere Kommerzialisierung des Fußballs? Verhindere ich sie, wenn ich daheim bleibe oder eher wenn ich hingehe und schweige?  Bedeutet Hingehen und Schweigen Loyalität oder stelle ich meine Liebe zur Eintracht in den Dienst von Fangruppierungen, die ein Alleinvertretungsrecht für sich in Anspruch nehmen? Leiste ich mit meiner Loyalität einen Beitrag zum sportlichen oder hauptsächlich zum wirtschaftlichen Erfolg der Eintracht? Schade ich der Eintracht, wenn ich  zuhause bleibe und schweige? Schade ich ihr, wenn ich hingehe und nicht schweige? Steht der Erfolg über allem? Wenn...

21. Spieltag: Närrische Tage im Wald

Für mich ist Fastnacht in seinem Kern weniger laut und krakehlig, sondern rührend und ein bisschen melancholisch. Das erkennt man am besten, wenn man nicht mittendrin ist, sondern am Rande, z.B. gestern als ich mich aus dem rheinhessischen Hinterland auf den Weg in Richtung Waldstadion mache. Im Nachbarort findet heute Nachmittag ein Fastnachtsumzug statt und während ich mit dem Auto Richtung Frankfurt brause, zieht es die Menschen aus den umliegenden Orten zur Fastnacht. Aus allen Himmelsrichtungen laufen kleine kostümierte Trupps durch die kahlen Äcker auf Harxheim zu. Je nach Entfernung leuchten die Kostüme durchs Grau oder zeichnen sich als Silhouette am grauen Horizont ab. Eine Gruppe Indianer mit Federschmuck auf dem Kopf, Schweine, Außerirdische, Hasen, Superman, ein Gardist in Uniform,  kleine Prinzessinnen, im Ort selbst passiert gerade eine ganze Kuhfamilie eine Seitenstraße, im mitgeführten Rollkarren sitzt ein Mini-Fastnachter, ebenfalls als Kuh bzw. Kälbchen verkleidet...