Direkt zum Hauptbereich

Schlüsselspielgedanken

Ich mag es nicht, wenn Feiertage auf einen Samstag fallen. Ein Feiertag mitten in der Woche - das ist eine ordentliche Sache: ein geschenkter Tag. Ein Feiertag am Samstag ist, als ob im Wochenablauf etwas fehlt. Behandelt man den Samstagsfeiertag jetzt wie einen Samstag (ein - zumindest in meinem Kosmos - wunderbarer und wichtiger Tag)? Oder ist der Samstag schon der Sonntag, während der Sonntag dann - mmh.. ja, was ist der denn dann eigentlich...?

Einerlei ob Samstag oder Sonntag: Es ist Fußballtag. Immer noch scheint und scheint die Sonne und der Spätsommer hält, was der Sommer bereits versprochen hat.  Die Eintracht spielt in Ingolstadt. Ein Schlüsselspiel, in dem es darum geht, ob wir nach oben schielen dürfen oder erstmal unten festhängen. Das hat erstaunlicherweise unser Trainer selbst verkündet und ich kann mir nicht helfen: Es ist, als ob man der möglichen Kritik nach dem Spiel vorher schon den Wind aus den Segeln nehmen möchte (von wegen "Hauptsache drei hinter uns lassen"...) Jedenfalls wird es spannend sein, ob wir im Schlüsselspiel einen Schlüssel zum Spiel finden.

In dieser Woche habe ich irgendwo einen Ausspruch eines amerikanischen Literaturkritikers gelesen: "Man sollte Bücher, die man besprechen will, vorher nicht lesen -  sonst ist man nicht mehr unvoreingenommen."

Ein Satz über den man, wenn man will, lange nachdenken kann. Möglicherweise trifft er auch auf den Fußball und auf den Spielbericht zum Spiel der Eintracht in Ingolstadt zu? Vielleicht kommt aber auch alles ganz anders und wir sagen hinterher gemeinsam mit Horst Heldt: "Wer das vorher gedacht hätte, hätte es nicht für möglich gehalten."

In diesem Sinne: Schlüsselspielsieg und sonst gar nichts!

Kommentare

  1. Und es kam wie es kommen musste... In gewisser Weise stimmt jetzt beides: Ich bin nicht mehr unvoreingenommen und hätte es trotzdem, wenn ich es vorher gedacht hätte, nicht für möglich gehalten.

    AntwortenLöschen
  2. +++ BREAKING NEWS +++ Hier was für bekennende Dylanisten:
    http://jungle-world.com/artikel/2015/40/52794.html

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Heey - danke schön für den Link. Ja, so ungefähr ist das mit Bob. Am 16. Oktober bei der Buchvorstellung können wir leider nicht dabei sein, weil wir am 17. in Saarbrücken dem Meister selbst lauschen.

      Und einen feinen Bob-Link zurück habe ich auch noch ("Ooooh....he goes commercial...")

      https://www.youtube.com/watch?v=MGycnUNdaDA

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Spieltagsschnipsel 24/25: St. Pauli (33)

 "Du glaubst doch nicht im Ernst, dass wir gegen St. Pauli nicht gewinnen?" Sage ich zu meinem leicht skeptischen Mit-Adler und dann fahr ich los in Richtung Stadion. Es ist kurz vor Drei, Schon klar, dass das kein einfacher Tag werden wird, aber dabei denke ich eher an die Hin- und Rückfahrt. Der S-Bahnverkehr zwischen Mainz und Frankfurt ist derzeit - ok, sagen wir mal so - stark eingeschränkt, genau gesagt: er fällt mehr oder weniger aus. Auf verschlungenen Fahrten ist der Weg natürlich irgendwie möglich. Irgendwie? "Ob mit Bus oder Bahn..." Na, das passt doch zu dem, was wir heute vorhaben. Die Hinfahrt ist jedenfalls fast idyllisch. Mit einem SEV Über-Land-Bus zuckele ich im hellen Sonnenschein durch wenig Stadt und viel Land zum Frankfurter Flughafen, das dauert ein bisschen länger, ist aber recht beschaulich. Am Flughafen dann ein Sammelbecken für Eintrachtler aus aller Herren Richtungen, um kurz nach fünf bin ich am Stadion. Immerhin. Die Europa-Hymne höre i...

Spieltagsschnipsel 24/25: Eintracht Frankfurt - RB Leipzig (31)

Wow! Wie kann diese Mannschaft Fußball spielen, wenn sie in den Flow kommt. Abheben und dann einfach weiterfliegen.  Eine hochmotivierte Eintracht fegt überforderte Leipziger mit 4:0 aus dem Stadion. Ein über-über-ragender Ansgar Knauff. Warum in der Ferne suchen, wenn das Gute ist so nah? - alte Transferpolitikweisheit. Nene Brown. Theate. Ekitiké, der immer mehr zum unermüdlichen  Gute-Laune-Monster des Teams wird. Trapp ein starker und sicherer Rückhalt. Die Mannschaft voller Spielwitz und Energie, voller Lust am Fußball. In der zweiten Halbzeit dann kein Halten mehr. Die "Champions League wir kommen" - Stimmung verwandelt das Stadion in eine Raumkapsel, die abhebt. Bei der Auswechslung von Ansgar Knauff erbebt das Stadion. Und dann  tut Dino Toppmöller noch ein übriges um die Stimmung zum Überlaufen zu bringen. Es kommt Thimmiiiiiiiiiiie Chandler. "...und wenn sie gewinnt im Waldstadion, dann ist die Stimmung groß." O ja, das ist sie. Es war ein warmer, sonniger...

Europacup-Schnipsel: Aus die Maus

Der frisch ausgebrochene Frühling macht nochmal Pause. Ein grauer, kühler Tag - Karfreitagswetter  am Gründonnerstag. Schon vor dem Spiel war im Prinzip alles klar. Bilbao wir kommen. Pünktlich bei der Ankunft vorm Stadion fängt es an zu regnen, die Bratwurst wird nass. Na gut.. Heute Choreo. Und schon davor ärgere ich mich über die hinausposaunte Motivationsansage übers Stadionmikro, mehr Pathos geht nicht: Wir! Alle über uns hinausgehen, auf dem Platz, auf den Rängen, alles geben, übers Limit, für die Stadt, für den Verein, für unsere Eintracht. Ein leichtes Würgen im Hals. Nummer kleiner geht es nicht? Auch die Ultras kleckern heute nicht, sie klotzen. Wir haben lang noch nicht genug und dazu dröhnen - nein, nicht Tankard - die Böhsen Onkelz durchs Waldstadion. Der jetzt schon sturzbetrunkene junge Mann auf der Treppe neben mir grölt und jubelt. Eine Welle von Fremdheit schwappt über mich. "Tottenham ist praktisch ein Freilos," hat mr ein premier-league kundiger Freund vor...