Direkt zum Hauptbereich

Kleines Fußball-ABC - Heute: "M" wie "Masterplan"

Abb. 1
Masterplan, der (sing.), neuerdings auch: (pl. –pläne); neudtsch. für → Konzept bzw. für → kein Konzept. Nicht zu verwechseln mit → Matchplan.

Masterplan urspr. häufig im Zusammenhang mit Stadt- oder Landschaftsplanung. Heute allg. immer dann bzw. immer dort, wenn bzw. wo die Situation angespannt ist und kurz- und/oder längerfristig Planungen angestellt bzw. Entscheidungen getroffen werden müssen. Der Masterplan wird ausgearbeitet, aber nicht erstellt, man hat ihn oder hat ihn nicht, jedenfalls nicht vorliegen. Nicht fußball-affines Anwendungsbsp.: „Der Erdbeerschorsch hat einen Masterplan ausgearbeitet, wie er aus der aktuellen Situation das Beste zu machen gedenkt.“

Die Wortverwendung ist häufig → doppeldeutig, daher irreführend bzw. im Sinne eines → Geheimcodes. Bsp. 1):  „Der hat immer einen Masterplan.“ Heißt (bewundernd): „Der hat immer noch etwas in der Hinterhand.“ Oder umgekehrt (abwertend): „Der hat null Idee von gar nix.“ Bsp. 2): „Wir haben einen Masterplan.“ Heißt: „Wir wissen genau, wie wir das Problem in den Griff bekommen.“ Oder umgekehrt: „Wir haben keine Ahnung, wie das funktionieren soll.“ (vgl. hierzu auch → „Wir stehen hinter dem Trainer.“ Häufig verwendeter Satz, wenn die Entlassung des Trainers unmittelbar bevorsteht.)

Der Masterplan lässt viel Spielraum, um auf unvorhergesehene Situationen so oder auch ganz anders reagieren zu können. Er ist in der Regel → geheim, weil: 1) Damit niemand etwas weiß und die Umsetzung des selbigen verhindern könnte. 2) Damit er immer aufgeht und hinterher niemand sagen kann: Das stimmt ja gar nicht.

Verwandter Begriff: → Plan B

Abb. 1: Beispiel eines Masterplans anno 2011. Hier: Unvorsichtiger Weise kurz vor Ende der Transferperiode am 31. August an die Öffentlichkeit gelangtes Geheimdokument aus dem Umfeld des Zweitligisten → Eintracht Frankfurt.

Kommentare

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die nächste Strophe vom alten Reisbrei

Am Samstagabend höre ich im ZDF Sportstudio die Vorankündigung für das Spiel am Sonntag im Waldstadion. „Hannover kann morgen auf den zweiten Tabellenplatz vorstoßen“, verkündet Katrin Müller-Hohenstein. Tatsächlich? Was Sie nicht sagen. Und die Eintracht? Hey – hallo, das ist unser Heimspiel, und wir werden es gewinnen, weil nämlich dann wir es sein werden, die zu Hannover und zur Spitzengruppe aufschließen. Capisce? Und tatsächlich. So machen wir es. Impressionen vom Spiel: Patrick Ochs, der in der ersten halben Stunde auf der rechten Seite herum mannövert als habe er tatsächlich vor, was er vorher verkündet hatte: Sich festbeißen – und von dem in der zweiten Halbzeit nichts mehr zu sehen ist. Halil Altintop, der (auch in seinem eigenen Sinn) zur Halbzeit hätte ausgewechselt werden müssen, und von seinem Trainer, der voll hinter ihm steht, eine viertel Stunde vor dem Ende zum Abschuss freigegeben und – sichtlich um Fassung bemüht – regelrecht vom Platz gepfiffen wird. (Ja,...

Spieltagsschnipsel 24/25: St. Pauli (33)

 "Du glaubst doch nicht im Ernst, dass wir gegen St. Pauli nicht gewinnen?" Sage ich zu meinem leicht skeptischen Mit-Adler und dann fahr ich los in Richtung Stadion. Es ist kurz vor Drei, Schon klar, dass das kein einfacher Tag werden wird, aber dabei denke ich eher an die Hin- und Rückfahrt. Der S-Bahnverkehr zwischen Mainz und Frankfurt ist derzeit - ok, sagen wir mal so - stark eingeschränkt, genau gesagt: er fällt mehr oder weniger aus. Auf verschlungenen Fahrten ist der Weg natürlich irgendwie möglich. Irgendwie? "Ob mit Bus oder Bahn..." Na, das passt doch zu dem, was wir heute vorhaben. Die Hinfahrt ist jedenfalls fast idyllisch. Mit einem SEV Über-Land-Bus zuckele ich im hellen Sonnenschein durch wenig Stadt und viel Land zum Frankfurter Flughafen, das dauert ein bisschen länger, ist aber recht beschaulich. Am Flughafen dann ein Sammelbecken für Eintrachtler aus aller Herren Richtungen, um kurz nach fünf bin ich am Stadion. Immerhin. Die Europa-Hymne höre i...

Spieltagsschnipsel 24/25: Eintracht Frankfurt - RB Leipzig (31)

Wow! Wie kann diese Mannschaft Fußball spielen, wenn sie in den Flow kommt. Abheben und dann einfach weiterfliegen.  Eine hochmotivierte Eintracht fegt überforderte Leipziger mit 4:0 aus dem Stadion. Ein über-über-ragender Ansgar Knauff. Warum in der Ferne suchen, wenn das Gute ist so nah? - alte Transferpolitikweisheit. Nene Brown. Theate. Ekitiké, der immer mehr zum unermüdlichen  Gute-Laune-Monster des Teams wird. Trapp ein starker und sicherer Rückhalt. Die Mannschaft voller Spielwitz und Energie, voller Lust am Fußball. In der zweiten Halbzeit dann kein Halten mehr. Die "Champions League wir kommen" - Stimmung verwandelt das Stadion in eine Raumkapsel, die abhebt. Bei der Auswechslung von Ansgar Knauff erbebt das Stadion. Und dann  tut Dino Toppmöller noch ein übriges um die Stimmung zum Überlaufen zu bringen. Es kommt Thimmiiiiiiiiiiie Chandler. "...und wenn sie gewinnt im Waldstadion, dann ist die Stimmung groß." O ja, das ist sie. Es war ein warmer, sonniger...