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Über den Caio in uns

Muss ich wirklich auch noch was zu Caio sagen? Ich mach’s einfach.

In der letzten Woche, als der Caio-Wechsel nach Moskau perfekt zu sein schien, habe ich angefangen, Caio-Schnipsel für meinen Blog zusammenzustellen. Geschichten von Hoffnung. Vom Scheitern. Von enttäuschter Liebe. Von Hass. Von Wehmut. Von Gleichgültigkeit. Der Transfer scheiterte, Caio blieb und meine Caio-Schnipsel blieben unveröffentlicht.

Und dann geschah es: Caio spielte gegen Gladbach von Anfang an. Caio machte eines seiner besten Spiele für die Eintracht. Und: Caio erhielt bei der wunderbaren Spieler-der-Stunde-Wahl in der Klappergass 82% der Stimmen  82 % - das ist ein gigantischer Wert. Ein Wahlergebnis wie in besten bayerischen Zeiten. Eine Prozentzahl, die nicht einmal der dreifache Tagessieger Theofanis Gekas bei glanzvollen Siegen, aber auch kein anderer einsam aus einer Niederlage herausragender Held – z.B. Oka Nikolov beim - ähem -  0:1 gegen Freiburg, Sonny Kittel bei seinem ersten Spiel von Anfang an in München, Patrick Ochs oder Ricardo Clark bei der Hin- bzw. Rückspiel Niederlage gegen Hannover - erreichen konnte. Auch kein „Hey, wir wollen das du öfter spielst und möchten dir zeigen, dass wir hinter dir stehen“-Voting (z.B. pro Martin Fenin im Pokal-Achtelfinale) kam auch nur annähend in solch schwindelnde Höhen.

82% für Caio – folgerichtig! Nach dieser Woche, dann diese Leistung. Das musste honoriert werden.

Trotzdem glaube ich nicht, dass diese Erklärung ausreicht. Ich denke: Mit der Wahl haben wir die gute, vielleicht sogar herausragende Leistung eines Spielers in einem unterdurchschnittlichen Spiel gewürdigt. Aber irgendwie und vor allem haben wir uns selbst gewählt.

...Wir haben manchmal keine Lust. Wir wollen zwar, aber wir können nicht – oder ist es umgekehrt? In uns steckt mehr als wir zeigen. Wir haben Talent. Und irgendwann, da werden wir ganz groß raus kommen. Manchmal ist uns die Welt zu viel, aber wir machen trotzdem weiter und sind freundlich zu unseren Mitmenschen. Meistens. Wir essen Hamburger obwohl wir lieber Salat essen sollten. Wir haben große Hoffnungen und Träume, aber irgendetwas hindert uns, sie in die Tat umzusetzen. Wir traben mit, weil uns die Kraft fehlt, vorne weg zu laufen. Wir sind ganz froh, in der Gruppe untertauchen zu können, zumindest manchmal. Wir gehören dazu, auch wenn wir oft gar nicht so genau wissen, zu was. Wir haben den Adler auf der Brust, aber manchmal auch ein Hasenherz darunter. Manchmal sind wir schwach und dann blitzt auf, wie stark wir sein können. Manchmal sogar genau in dem Moment, in dem es darauf ankommt. Dann stimmt alles. Und dann, dann bekommen wir endlich die Anerkennung, die wir eigentlich immer verdienen. Jetzt wissen wir, dass wir es können. Ganz sicher: Ab jetzt wird alles gut...

Wenn Caio es schafft, dann schaffen auch wir es. Dann schafft es auch die Eintracht.

Na ja. Oder so ähnlich ,-)

PS: Selbstverständlich - auch meine Stimme ging in dieser Woche an: Caio :-)

Kommentare

  1. "Wenn Caio es schfft..." Jetzt wissen wir, warum eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass wir es nicht schaffen. C.

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  2. *grummel*seufz* bääääääääääääh...

    Abwarten:

    "...Wir haben den Adler auf der Brust, aber manchmal auch ein Hasenherz darunter. Manchmal sind wir schwach und dann blitzt auf, wie stark wir sein können. Manchmal sogar genau in dem Moment, in dem es darauf ankommt..."

    Nächsten Samstag. Gegen Leverkusen!

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  3. Schöne Vermutung, die gefällt mir! Richtig wohltuend mal ein wenig über "psychologische Konstrukte" zu lesen anstatt andernorts immer nur über die Formschwäche der Mannschaft.. Beste Grüße, Shlomo

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  4. Ich ist ein anderer. Immer ,-) Und manchmal auch noch formschwach *g.

    Vielen Dank fürs Mit-Psüchologisieren!

    Es grüßt: K :-)

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