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WM- und Sommerschnipsel: Rollenspiele und Zeitmanagement

(Dieser Text wurde am Mittwoch, 4. Juli, verfasst und wird heute, am 8. Juli, rückwirkend und unverändert eingestellt, ist also auch ergebnis- und inhaltsmäßig auf Stand vom Mittwoch, ggf. trotzdem noch lesenswert - aktuelle Schnipsel folgen). Was mer hat, das hat mer. Und wir haben den DFB-Pokalsieg und können  uns, wann immer uns danach ist, im Eintracht-Museum versichern, dass wir nicht geträumt haben. Da steht er, der Pokal, und wenn wir Glück haben und in der Oper in Frankfurt oder auf sonst einem schicken  Event sind, ist vielleicht auch Peter Fischer zugegen, hat den Pokal dabei und wir dürfen ihn berühren. So wie heute, beim Trainingsauftakt für die neue Saison, dessen Besuch man mit einem Besuch des Pokals verbinden konnte.

WM und Sommerschnipel: Lachen oder Weinen?

Der Sommer und die Fußballweltmeisterschaft gehen weiter ihren Gang, beides bisher mit mehr Höhen als Tiefen. Und auch wenn man – wie ich – nur einen Teil der Spiele live sehen kann oder will und sich auf Zusammenfassungen beschränkt, stochert man so ganz allmählich mit seinen Spieltipps nicht mehr vollkommen ins Leere, sondern hat zumindest eine begründete Ahnung, wohin der Hase bzw. der Ball laufen wird.   Bei Kolumbien „singt James und nimmt dann auf der Bank Platz“ – dann ist es ja kein Wunder, dass Kolumbien gegen Japan verliert - und die haben ja auch Hasebe. Lewandowski hat beim Spiel gegen den Senegal satte 14 Ballkontakte und verabschiedet sich mit den Polen vielleicht bereits in der Vorrunde aus dem Turnier. „Es gibt keine Kleinen mehr im Fußball,“ das wissen wir schon länger. Berti Vogts hat das seinerzeit gesagt und ich dachte, er hätte über die Körperlänge von Fußballern und über sich selbst gesprochen.

WM- und Sommerschnipsel: Hossa!

Jetzt läuft sie also die Weltmeisterschaft, und war ich vorher eher betont „mir doch egal“   und wild entschlossen, mir maximal einige ausgewählte   Spiele anzuschauen, hat mich dieses Mal überraschend schnell das WM-Interesse (Fieber wäre dann doch eine Nummer zu hoch gegriffen) erfasst. Von Anfang an fügt sich das Spielgeschehen wunderbar in unsere sommerlichen Abläufe,   ist wie ein kontinuierlicher Nebenton warmer Tage und langer Abende. Viel Arbeit, schwimmen, offene Fenster und Türen, draußen sein, spätabends gefräßige Schnecken von Blumen und Gemüsepflänzchen absammeln, Katzen, die sich wie Erdferkel in Beeten wälzen, Bücher, Musik, Tagträume. Und Fußball.

Ein Tritt in den Hintern

Eigentlich sollte es in diesem Eintrag darum gehen, was der Pokalsieg mit uns gemacht hat und wie er das verändert, was viele von uns bereits seit Jahrzehnten mit sich tragen: Den Mythos der großen Zeiten der Eintracht. Die große Zeit, das  war - sozusagen schon immer - die Zeit, die früher war. Selbst, wenn wir als Kinder oder Jugendliche einen Zipfel davon noch persönlich zu fassen hatten, einen (oder zwei, drei) Pokalsiege, vielleicht sogar den UEFA-Cup-Sieg miterlebt haben. Wir hatten uns damit eingerichtet, die Erinnerung an diese Zeit zu bewahren und zu pflegen und davon zu singen, wie es war und dass es irgendwann wieder so sein würde. Die große Zeit der Eintracht, das ist und war in unserem kollektiven Gedächtnis das, was früher war, das, was - so sehr wir es in unseren Liedern auch beschwören - vermutlich nie wiederkehren würde.  Der Grabi und der Holz. Der Moment des Vergeblichen als inhärenter Bestandteil der ewig währenden Größe. Die Bilder der Meistermannschaft,...

Macht es!

Heute also: Finale. Ex-Trainer, potenzielle Abgänge?  Was kümmert uns das heute, den Pokal wollen wir holen. Die Sonne scheint, die Adlerkarawane rollt, tausende sind schon in Berlin angekommen. insgesamt 61.375 Adler haben ihr Kommen angesagt.  Hype um Harry und Meghan in Windsor? Nix gegen das, was in Berlin abgeht. Die Bühne auf dem Breitscheidplatz steht bereit. Der Alex Meier Platz bebt und die Bahnhöfe, S-Bahnen und Straßen der Stadt sind fest in rotundschwarzer Hand. Intensive Recherchen haben ergeben, dass die Stimmung vor Ort phänomenal ist, die geplante Choreo alles bisher Dagewesene toppen wird und die Chancen auf den fünften Pokalsieg minütlich steigen. Berlin. 8 Uhr 15. Mannschaftshotel. Das Team des künftigen Pokalsiegers nimmt gerade ein leichtes, aber kräftigendes Frühstück zu sich -