Dienstag, 29. Mai 2018

Ein Tritt in den Hintern

Eigentlich sollte es in diesem Eintrag darum gehen, was der Pokalsieg mit uns gemacht hat und wie er das verändert, was viele von uns bereits seit Jahrzehnten mit sich tragen: Den Mythos der großen Zeiten der Eintracht. Die große Zeit, das  war - sozusagen schon immer - die Zeit, die früher war. Selbst, wenn wir als Kinder oder Jugendliche einen Zipfel davon noch persönlich zu fassen hatten, einen (oder zwei, drei) Pokalsiege, vielleicht sogar den UEFA-Cup-Sieg miterlebt haben. Wir hatten uns damit eingerichtet, die Erinnerung an diese Zeit zu bewahren und zu pflegen und davon zu singen, wie es war und dass es irgendwann wieder so sein würde.

Die große Zeit der Eintracht, das ist und war in unserem kollektiven Gedächtnis das, was früher war, das, was - so sehr wir es in unseren Liedern auch beschwören - vermutlich nie wiederkehren würde.  Der Grabi und der Holz. Der Moment des Vergeblichen als inhärenter Bestandteil der ewig währenden Größe. Die Bilder der Meistermannschaft,  die in Cabrios durch Frankfurt fährt, Massen von Menschen am Straßenrand.  Das Uefa Cup Endspiel mit dem Jürgen, mit dem Jürgen.

Die Lieder, die wir seit vielen Jahren singen,  hören sich jetzt anders an, müssen neu gedichtet, neu gefühlt werden.  Da ist jetzt dieser Tag, dieser 19. Mai, da sind Ante, Mijat, Prinz, David und Makoto. Da ist diese Explosion, das Unfassliche - es ist tatsächliche passiert. Wir. Nicht nur fast. Sondern wahr und wahrhaftig. So groß, so überwältigend, dass es eine ganze Stadt zum Beben gebracht hat.

Ist das Vergangene jetzt endgültig vergangen. Ist der Mythos neu entfacht oder endgültig beerdigt und eine neue Ära eingeläutet? Und wenn ja: Bleibt die Eintracht die Eintracht?

Seit gestern haben wir eine erste Antwort und sind sehr deutlich auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Die neue Ära, die erst noch eine werden will, gehorcht nicht nur den Gesetzen einer neuen Zeit, sie setzt auch gleich Zeichen. Sie beginnt ohne Alex Meier, und die Art und Weise, wie Meier sang- und klanglos auf der offiziellen  Website der Eintracht "hinauskomplimentiert" wird,  ist ungefähr so stilvoll wie wenn man eine Beziehung per whatsapp beendet. "14 Jahre treue Dienste" - das klingt als ob man ihm zum Abschied noch einmal einen Tritt in den Hintern und der Lächerlichkeit preis gibt. Vergiftetes Lob, das sich in ähnlicher Weise selbst entlarvt, wie die Niko-Kovac-geht-plötzlich-zu-den-Bayern-Pressekonferenz. "Einvernehmlich" habe man sich getrennt, einvernehmlich "verlässt Alex Meier" die Eintracht, er, der in den letzten Wochen mehrfach betont hat, dass er bei der Eintracht bleiben und noch ein Jahr Fußball spielen will (und kann!). So what? Selber schuld, dass du für uns so lange den Trottel gemacht hast, hier herrscht jetzt ein andere Wind. Und so entlarvt sich auch die am Samstag in Berlin und am Sonntag in Frankfurt von den Verantwortlichen zur Schau getragene Beschwörung dessen, was einmal gut und richtig war im Fußball, und bei der Eintracht vorgeblich immer noch zählt, als nichts weniger als weiterer Baustein einer cleveren Vermarktungsstrategie.  Die Eintracht ist ganz vorne dran - vorne dran bei der Inszenierung und vorne dran, wenn es darum gut, Fankultur und Liebe zum Verein clever in Szene zu setzen..

Der schon gegen den HSV funktional äußerst geschickt gewählte Zeitpunkt für den - wie wir jetzt definitiv wissen - letzten Auftritt von Alex Meier im Adlertrikot wurde noch getoppt durch den Pokal, den man Alex in die Hand drückte und ihn damit ganz nach vorne schob, des Jubels der unten stehenden Menschen konnte man sich gewiss sein. Wie Hohn mutet es an, wenn jetzt in der offiziellen Verlautbarung der Eintracht, von einem "würdigen Abschied" die Rede ist. Ich bin sicher: dass Alex die  Jubel-Mittelpunktrolle, die ihm inmitten der Pokalfeierlichkeiten zugeschoben wurde,  eher zögernd übernommen hat - wenn man so will, ein letzter Dienst, den er als proklamierte Identifikationsfigur und "Legende" seinem Verein erwiesen hat. Ob er am letzten Sonntag schon wusste, dass er eine Woche später, den Verein "einvernehmlich" verlassen würde?

Ich bin wütend und traurig. Und ich wünsche mir, dass wir Alex Meier in der nächsten Saison weiterhin in der Bundesliga sehen werden. Hallo Fortuna Düsseldorf, hallo Friedhelm Funkel - übernehmen Sie!




Kommentare:

  1. Meine Meinung:
    "...Die Lieder, die wir seit vielen Jahren singen, hören sich jetzt anders an, müssen neu gedichtet, neu gefühlt werden...".
    Gerade dieser Satz! Transponiere den mal in deine andere, in deine Musikwelt und du weißt, dass dies der richtige Weg ist.
    Gruß aus Ostwestfalen.

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    1. Dein Hinweis hat natürlich was... Aber: Gerade beim neu denken und fühlen, ist es der Text, der die neuen Töne trägt. Bob mag knarzen und ächzen, er lässt hinter sich, was vorbei ist, aber er produziert keine falschen Töne. Und das "Neue" ist gerade in den letzten Jahren ein immmer konsequenteres Rückbesinnen auf das, was ihm wichtig und erhaltenswert ist und eine Verweigerung des Mit-der-Zeitgehens. Oder? "Don't look back", aber bleib dir treu.

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    2. Aber auch "...he not busy being born is busy dying..."; ich glaube, dies gilt auch für Fußballmannschaften. Sepp Herberger zum Beispiel hat die 54´er Endspielmannschaft nie mehr komplett aufgestellt, obwohl da keiner einen "Rücktritt" erklärt hat; er wusste, dass etwas vollendet war und etwas Neues kommen musste.
      Der fortlaufende Prozess der Erneuerung ist etwas Traditionelles im Fussball.
      AMFG14 will halt spielen - kann man ihm auch nicht übelnehmen -, aber das ist eine Hypothek für jeden neuen Trainer. Er soll spielen und dann wiederkehren; er kann dann noch viel leisten für die Eintracht: Bernd Hölzenbein z.B. hat es auch so gemacht.
      Ich freue mich auf die Rückkehr nach seiner Zeit als aktiver
      Spieler in einer neuen Rolle.

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    3. Weiter, immer weiter. Stimmt. Ändert aber, glaube ich, nix an dem falschen Ton, der in diesem Fall die Musik gemacht hat. Sepp Herberger hätte wohl nicht ohne Rücksprache mit Kapitän Fritz Walter eine Pressemitteilung herausgegeben, in der er sich bei ihm bedankt und ihm mitteilt, dass er künftig nicht mehr mit ihm plant.... ;-)

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  2. Ich habe in dieser Causa Misstöne gehört von Bobic, aber auch von Alex Meier - leisere, wie er halt nunmal ist, der FG, aber dennoch. Fehleinschätzung, ein bissi verbale Krokodilstränen ...

    Im Großen und Ganzen hat es der aale Frankfurter jedenfalls wieder einmal schon gewusst (notorisch bei ihm),ebenfalls an seinem Karriereende, und sich dabei bei einem noch viel älteren Geistesriesen bedient (ebenso notorisch):

    "Willst du nach den Früchten greifen,
    Eilig nimm dein Teil davon!
    Diese fangen an zu reifen,
    Und die andern keimen schon;
    Gleich mit jedem Regengusse
    Ändert sich dein holdes Tal,
    Ach, und in demselben Flusse
    Schwimmst du nicht zum Zweitenmal."

    So isses. Isses so net?

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  3. Misstöne habe ich bei diesem Thema nur bei der Eintracht gehört, die durch ihre Vorgehensweise letztlich auch die zum Teil peinlichen Folgewirkungen mit verursacht hat. Man kann sich gegen eine Vertragsverlängerung entscheiden (was ich - auch aus sportlichen Gründen - für falsch halte), aber man kann es nicht auf diese Weise. Das war schlicht und einfach nicht anständig, es dilettantisch zu nennen, käme mir vor wie ein Euphemismus. Mit einem Schlag war fast schon peinlich deutlich, was man bereits ahnte: Die "Meier-Würdigungen" der vergangenen Wochen waren eine peinliche Inszenierung, um uns (und Alex?) dann im allgemeinen Jubel die längst feststehende Entscheidung unterzujubeln.

    Die Reaktion von Alex war zumindest unklug, und ich hoffe immer noch darauf, dass die kolportierten Zitate aus dem Zusammenhang gerissen waren. Was soll ich jetzt bloß machen und wo soll ich hin...? Mit solchen Äußerungen spielt er der Entscheidung unfreiwillig in die Karten, Populismus mag ich einem Fußballgott nicht unterstellen. Ich bin froh, dass es jetzt zumindest diesen offenen Brief mit einigen Richtigstellungen gibt - obwohl ich mir auch da gewünscht hätte, dass Alex sich nicht von der Blöd-Zeitung hätte funktionalisieren lassen. Das hat er nicht nötig.

    Einigermaßen fassungslos verfolge ich die Online-Petitionen und den Aufruf zur Meier-Demo. Das mag gut gemeint und ein ehrliches Anliegen sein, aber damit tragen aus meiner Sicht die Initiatoren dazu bei, aus dem Mensch und Fußballer Alex Meier eine lächerliche Figur zu machen. Das ist das allerletzte, das er verdient hat. Er ist durch viele Krisen bei und mit uns gegangen, er weiß, dass ein Großteil der Eintrachtler sich seinen Verbleib gewünscht hatte, und er ist Manns und Fußballer genug, um seinen Weg aufrecht weiter zu gehen, muss weder hier um ein Gnadenbrot betteln, noch anderen Vereinen wie Sauerbier angeboten werden. Er wird ganz sicher einen Verein finden, der ihn und seine Fähigkeiten zu schätzen weiß und hoffentlich nochmal eine richtig geniale Saison spielen. Immerhin wissen jetzt ein paar Menschen mehr, was es bedeutet, wenn die Eintracht sich professioneller aufstellt. Wie lange diese Erkenntnis Anlass für kritische Auseinandersetzung ist, hängt wohl vor allem vom Verlauf der kommenden Saison ab. Spätestens, wenn wir mit Adi H. den Europacup nach Frankfurt holen, ach was, bereits dann wenn wir zu Tausenden nach London oder Marseille aufbrechen, ist das alles Schnee von gestern. Alex M. - wer war das noch mal? Eine Aufschrift auf einem coolen Shirt im Eintracht-Shop oder eine Zeile in einem Lied...

    Die Eintracht steht - jetzt nach dem Pokalsieg - vor dem entscheidenden Schritt in die schöne neue Fußballwelt. Wir werden sehen, wohin der Weg führt und welche Schlüsse (oder gar Konsequenzen) jeder von uns daraus zieht. Das nichts bleibt, das nichts bleibt, wie es war. Ja, lieber Adlerzauberer, so isses, mit dem Fluss und überhaupt.

    Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass die Eintracht sich dafür entschieden hätte, den Schritt ins Neue in der ersten Phase gemeinsam mit Alex Meier zu gehen. Klug, professionell, aber mit Herz - das hätte der Weg sein können. Ist er jetzt also nicht. Wohl dem, der auf einen Fußballgott verzichten kann.

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  4. Erstmal: Vielen Dank für deine Texte - ich lese sie immer wieder sehr gerne!

    In dieser Kausa habe ich den Eindruck, dass die Petitionen und der Demo-Aufruf daraus resultieren, dass man als Fan das Gefühl hat, "ohnmächtig" daneben zu stehen, wenn so etwas entschieden wird, und es sich in diesem einen konkreten Fall nicht gefallen lassen möchte, ergo alle Mittel und Wege ergreift, die dies verdeutlichen.
    Mich macht es einfach traurig und auch wütend, dass die Verantwortlichen gefühlt so wenig Rücksicht darauf nehmen, was wir Fans wollen - selbst in der Pressemitteilung wurde ja darauf hingewiesen, dass es FB bewusst sei, dass er da gegen die Wünsche vieler handelt.
    Bei manchen Entscheidungen tut man wohl gut daran, in diesem Fall lässt es aber ein - wie ich finde - ziemlich mieses Gefühl zurück.
    Und der gewählte Zeitpunkt der Veröffentlichung ist, sicher nicht zufällig, sehr geschickt: Die Saison ist vorbei, das nächste große Aufeinandertreffen von Fans und Verein ist erst in zwei Monaten. Bis dahin hoffen die Verantwortlichen vermutlich, dass schon der ein oder andere ob der vielen neuen tollen "Kracher"-Transfers genau dieses "Wer war noch gleich Alex Meier?" denkt. Oder dann im Laufe der kommenden tollen Europa-Saison zu dieser Erkenntnis erlangt. Dem Verein wünsche ich das sogar - ändern kann man es ja eh nicht mehr.
    Für mich (und vielleicht auch für jene, die im Netz wieder und wieder darauf aufmerksam machen) fühlt es sich aber einfach falsch an, denn ich mag mir die Eintracht, vor allem so ohne Not, ohne den Fußballgott nicht vorstellen, und mir fehlt es da im Moment gehörig an "Wärme".
    Und ich weiß auch nicht, ob das von Erfolgen überdeckt werden kann. Aber da bin ich in dem Geschäft Fußball wahrscheinlich Mitglied einer verschwindenden Minderheit.

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    1. Auch erstmal vielen Dank für die nette Rückmeldung zum Blog :) und zu deinen Anmerkungen.

      Sicher kann ein Verein sich nicht immer nach den Wünschen der Fans richten - zumal die ja nicht in jedem Fall alle dasselbe wollen. Und ganz sicher läuft im Moment im Fußball manches in die falsche Richtung und die Eintracht läuft mit, vielleicht weil das so sein muss, wenn man als Verein überleben will, und sich die Entwicklung nicht aufhalten lässt. Gefallen muss einem das nicht. Wie du bin ich vor allem darüber wütend, dass man da, wo man den Handlungsspielraum hätte, die falschen Zeichen setzt, mehr noch - wie im Fall Alex - die "guten alten Zeiten", "Treue", "Tradition", "Vereinsliebe" instrumentalisiert solange sie ins Marketingkonzept passen und danach auf denkbar kaltschnäuzigste Weise ad absurdum führt.

      Demos oder Petitionen für den Verbleib Alex halte ich trotzdem für kontraproduktiv - gerade und insbesondere für Alex Meier selbst. Wem oder was ist damit gedient? Was, wenn Fredi Bobic sich "erweichen" ließe und den Vertrag nachträglich verlängert? Was für eine schreckliche und peinliche Situation wäre das für Alex - das sollten wir ihm nicht wünschen. Es tut sehr weh, dass er weg ist, die Art und Weise, in der er rausgekickt (shame on us) wurde, hinterlässt einen mehr als bitteren Geschmack - aber jetzt muss gelten: Selber groß. Und Alex Meier wäre kein Fußballgott, wenn er für sich keinen guten Weg findet! Er wird das schaffen.

      Die grundlegenden Veränderungen bei der Eintracht zeichnen sich aus meiner Sicht schon sehr viel länger ab. Der vermeintliche Schulterschluss zwischen Vereinsführung und Fans - z.B. das präsidiale "Wir"-Video vor dem Pokalfinale - wird bejubelt, weil er uns in unserem Selbstverständnis bestätigt. Da drückt jemand auf die richtigen Tasten und wir wollen das gerne glauben. Auch das Glück über diesen überwältigenden Tag in Berlin und den Titel nach 30 Jahren darf nicht überdecken: Die Vereinsführung und "wir" haben nur partiell die selben Ziele - wenn der unrühmliche Rausschmiss von Alex Meier ein bisschen was zur Vernachhaltigung dieser Erkenntnis beiträgt, wäre viel gewonnen.

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    2. Ich (Anonym oben - ich bekomm das mit den Namen/URL nicht so hin ;)) bin da ganz bei dir.

      Ich wollte oben auch nur deutlich machen, dass ich diejenigen, die Demos und Petitionen organisieren durchaus verstehen kann. Dennoch halte ich selbst, aus den von dir genannten Gründen, nicht viel davon.
      Auch wenn ich mir sehr wünschen würde, das Ganze wäre irgendwie stilvoll rückgängig zu machen und ich könnte wieder etwas mehr "Wärme" für/in unseren/m Verein (emp)finden.

      Aufgrund der Entwicklungen der letzten Zeit/Jahre habe ich für mich erstmal festgelegt, dass die Eintracht und ich uns "einvernehmlich" auf eine Pause geeinigt haben. Was alles genau dazu geführt hat, da könnte ich einen ganzen Aufsatz zu schreiben...

      Ich hoffe aber irgendwie auch, dass es mich irgendwann nochmal packt und mich das Gefühl eines Sieges durch eine harte Woche tragen kann. Dazu braucht es bei mir nicht unbedingt einen Titel, dafür reichte in der Vergangenheit auch ein einfacher, unerwarteter, glücklicher Sieg gegen den richrigen Gegner zur rechten Zeit.

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  5. Ein Jahr verlängern, okay, wäre eine naheliegende Möglichkeit gewesen. Was hätte das bedeutet? Bestenfalls vermutlich einen Platz auf der Bank für den FG mit der Perspektive, irgendwann gegen Ende des Spiels eingewechselt zu werden. Dass er auch so noch immer für ein Tor gut ist, hat er ja gegen den HSV eindrucksvoll bewiesen.

    Aber hätte AM sich da hineinfinden können? Ich glaube eher weniger. Hätte er, wie weiland auf schönste Weise der wunderbare Nikos Liberopoulos, seine Aufgabe darin sehen können, in einer solchen Situation sich der jüngeren Spieler anzunehmen und ihnen weiterzuhelfen? Wiederum denke ich, nein, auch das wäre weniger das Ding von Meier gewesen.

    Der Abschied stand bevor, ein Jahr früher oder später. So wie es jetzt gekommen ist, hatte er noch den großartigen Auftritt gegen den HSV und wurde zusammen mit der Mannschaft Pokalsieger in Berlin, hat zusammen mit Abraham den Pott entgegengenommen. Das ist ein würdiger Abschluss, wie er sich so leicht nicht findet.

    Ich hätte ihn allerdings in Berlin gern noch auf der Bank und somit näher dabei gesehen. Vor allem hätte auch ich mir eine andere, anständigere und einfühlsamere Weise der Kommunikation gewünscht - eine solche Nachricht haut man nicht einfach so als PM raus, vor allem dann nicht wenn man weiß, welchen Stellenwert der Alex Meier bei den Eintrachtfans hatte. Aber diese Entwicklung war schon seit einiger Zeit zu beobachten gewesen. Ich erinnere mich an eine PK - AM war zu der Zeit gerade ins Mannschaftstraining zurückgekehrt - , in der Niko Kovac, gefragt, ob ein Kurzeinsatz schon realistisch sei, sehr kategorisch abgewunken hat: keinesfalls, bis dahin würde es noch eine gute Zeit lang dauern. Bei dieser sehr trockenen, kompromisslosen Antwort war mir klar, dass das Ende der Zeit von Alex Meier bei der Eintracht gekommen war.

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    1. Es hätte der Eintracht in keiner Hinsicht geschadet, den Vertrag leistungsbezogen für ein Jahr zu verlängern. Und Alex hatte ja signalisiert, dass das für ihn in Ordnung gewesen wäre. Und wenn die sportliche Leitung das anders sieht, dann gehört sich ein ordentlicher, offizieller gemeinsamer Auftritt von Bobic/Hübner und Meier, in dem die Entscheidung kommuniziert und begründet und die gemeinsame Perspektive aufgezeigt wird.

      Die Sache mit dem großartigen Auftritt/Abgang sehe ich anders. Meier hat sich ja selbst geäußert, dass es ihm unangenehm war mit dem Pokal in der Hand ganz vorne zu stehen, da er selbst ja nichts aktiv zum Titel beigetragen hatte.

      Diese Inszenierung hat für mich den Beigeschmack, dass man ihn genutzt - nach Außen demonstrierte Fannähe, Jubeeel - und danach (Fotos fürs Archiv im Kasten) ab dafür.

      Richtig, ein Platz auf der Bank wäre das mindeste gewesen - auch ohne Einwechslung, die - so wie das Spiel gelaufen ist - keine Option gewesen wäre, aber das weiß man ja vorher nicht. Ja, an diese PK erinnere ich mich auch noch - ging mir wie dir - da war alles klar.

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    2. "Meier hat sich ja selbst geäußert, dass es ihm unangenehm war mit dem Pokal in der Hand ganz vorne zu stehen, da er selbst ja nichts aktiv zum Titel beigetragen hatte."

      https://s.bundesliga.com/assets/img/1180000/1170234_imgw968.jpg

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    3. Stimmt. Da sieht er sehr unglücklich aus ;-)

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    4. Sehr, sehr nachdenklich zumindest : - )

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  6. Hallo Kerstin,ich wollte mich auch noch auf diesem Wege für deine schönen Kommentare und Geschichten bei Dir bedanken. Ich melde mich ja eher selten zu Wort,aber das wollte ich zumindest loswerden. Hatte gestern ein Treffen mit EFClern und deswegen noch ein zwei Sätze zu Alex Meier:Ihn hätten alle gern weiter spielen sehen,gerade mit der Mehrfachbelastung hätte er, bei mir jedenfalls, Dauerspielrecht in der Euroleague gehabt. Und selbst wenn Bobić die Sache technokratisch entschieden hat, hätte er zumindestens eine Kosten-Nutzen-Analyse durchführen müssen, um zu sehen, wie wichtig Alex Meier für das Image des Vereins und auch sein eigenes als Manager ist. Schade, denn Bobić fing gerade an,mir zu gefallen. Nun ist es leider so, das auch die alten Eintrachtler unsanft auf den Boden der Tatsachen aufgeschlagen sind,sich wieder ein kleines Stück weiter von diesem Verein entfernen,und vermutlich auch dem Profifußball allgemein. Und die Fans,die an der Demo pro Alex teilnahmen,wußten auch, daß dadurch kein neuer Vertrag zustande kommt. Es sollte nur ein Statement sein,das es andere Werte auch noch gibt.

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  7. Hallo lieber Briegel,
    dein Kommentar freut mich sehr, auch die Ergänzungen zu Alex Meier. Ich denke auch, dass ein großer, großer Teil - zumindest der Eintrachtler, die schon länger dabei sind - das genau so sehen wie die EFCler, die du getroffen hast. Zweifel habe ich, ob zum Anfang der Saison mit Adi H.- und Europa-Hype noch ein Gedanke an Alex Meier verschwendet werden wird. Beim Supercup wird er dann - in allen Ehren ,-) - verabschiedet, das volle Stadion wird schon um Alex willen nicht anders können und ihn bejubeln und damit ist das Thema - trotz Demo - relativ geräuscharm erledigt... Das Hinauskomplimentieren von Alex war zeitlich schon ziemlich klug eingetaktet.

    Ich hatte übrigens auch noch ein kleines Meier-Erlebnis hier in Mainz. Ich saß in einem Café und wurde auf ein Gespräch am Nebentisch aufmerksam. Dort saß ein etwas jüngerer Mann (wie ich jetzt weiß ein ZDF-Sportstudio-Redakteur) und ein älterer Mann, die sich über Fußball unterhielten. Beim Thema Eintracht habe ich natürlich aufgemerkt. Es ging um den Umgang mit Alex Meier und Ralf Falkenhain und es ging um Fredi Bobic, von dem ältere der beiden - vorsichtig formuliert - keine allzu gute Meinung vertreten hat. Als die beiden Männer sich verabschiedeten, konnte ich nicht anders, bin hinterher und habe den Herrn kurz angesprochen... bin auch Eintrachtler... Sie haben ja so recht ...etc... Es stellte sich raus, dass er gar kein Eintrachtler, sondern 05er war, aber "ich begleite auch die Eintracht und die Lauterer schon immer mit Sympathie." Alter Schlag, sozusagen, und nach eigener Aussage ein Bekannter von Rainer Falkenhain. Wir haben dann noch ein wenig hin und her Eindrücke aufs aktuelle Eintracht-Geschehen ausgetauscht. Da ich nicht weiß, inwiefern das Gesagte tatsächliche Insights waren oder einfach nur seine persönliche Meinung will ich das hier nicht weiter ausbreiten - ein Stimmungsbild von außen war es allemal.

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