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Trotz Internet lese ich gerne und regelmäßig Zeitung. Also, richtige Zeitung zum Anfassen, vor mir ausgebreitet auf dem Tisch, in der Regel abends, ein Moment des zur Ruhe Kommens, irgendwie auch so etwas wie eine kleine unsichtbare Verbindungslinie zwischen mir und meiner Oma, die schon lange nicht mehr lebt, und früher, wenn wir alle schon im Bett lagen, endlich einen Moment für sich hatte, in der Küche beim Lampenschein am Küchentisch saß, noch eine Tasse Blümchenkaffe trank und die Zeitung durchblätterte. Aber ich schweife ab. Jedenfalls. Ich auch. Abends. Besonders gerne - ich glaube, ich erwähnte das bereits ,-) – den Lokalteil. Immer wieder nett sind da z.B. die Polizeiberichte. Gestern war zu lesen, dass am Wochenende bei der Mainzer Polizei nachts ein Notruf eingegangen sei, dessen Herkunft - ein Ladensgeschäft  – schnell identifiziert werden konnte, der Zweck des Anrufs leider nicht. Zu hören waren lediglich „nicht genau zu definierende Geräusche.“ Eine Polize...

Wem ist die Eintracht?

Wenn es sonst keiner machen will, dann mache ich es. Fällt mir einigermaßen leicht, da ich mich eintracht-mäßig im Moment anscheinend ohnehin in einem Paralleluniversum bewege. Macht nichts, ist nicht das erste Mal, dass ich mich als Eintrachtler allein fühle. Gestern vor dem Anpfiff  bei der "Pregame-Show" sah ich im Fernsehen im Hintergrund des Sprechers Kinder in rotgelben Lauzi-Kostümen zu Abba-Musik herumhüpfen. Ganz schön mutig, dachte ich, Waterloo schon  vor dem Spiel. Mein Waterloo oder sagen wir: meine Waterloos mit der Eintracht habe ich - wie viele von uns - schon hinter mir. Damals 1992. Damals in der Saison 2008/09 als Friedhelm Funkel und Alex Meier von den Rängen angerotzt und bespuckt worden sind. Damals, also gestern, in der Rückrunde der letzten Saison, in der ein lustloser Sauhaufen und eine desorientierte Führungsmannschaft mich im Stich gelassen  und mir meine Eintracht weggenommen haben. Ich musste fassungslos und fast bis zum letzten Momen...

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In diesem verregneten und kühlen Sommer, der (wie wir jetzt wissen) überdurchschnittlich warm war, hat bei uns die Lausitz eine ganz neue Bedeutung gekommen. Bei Meteorologen scheint „die Lausitz“ nämlich eine Art Wetteroase zu sein. Auf sämtlichen Wetterkarten: Regenwolken, Gewitterblitze, Windböen - nur da hinten,  ganz rechts, im Osten, da gibt es Lichtblicke. „In der Lausitz wird es noch einmal richtig heiß.“ „In der Lausitz ist ein helles Fleckchen.“ „In der Lausitz wird es die meisten Sonnenstunden geben.“ Ich bin sicher, dass heute noch einige weitere dazu kommen werden – aber nur, wenn man ein Adler ist. Dafür sprechen übrigens weitere Indizien. Bei uns im Ort ist nämlich derzeit Kerb und Samstags – zur Bundesligazeit – findet der traditionelle Kerbeumzug statt. Ungefähr dann, wenn im Radio die Schlusskonferenz läuft, kommt der Zug bei uns am Haus vorbei – und das war in den vergangenen Jahren immer dann, wenn die Eintracht auswärts gespielt und – wichtiger –...

Kleines Fußball-ABC - Heute: "M" wie "Masterplan"

Abb. 1 Masterplan, der ( sing. ), neuerdings auch: ( pl. –pläne); neudtsch. für → Konzept bzw. für → kein Konzept. Nicht zu verwechseln mit → Matchplan. Masterplan urspr. häufig im Zusammenhang mit Stadt- oder Landschaftsplanung . Heute allg. immer dann bzw. immer dort, wenn bzw. wo die Situation angespannt ist und kurz- und/oder längerfristig Planungen angestellt bzw. Entscheidungen getroffen werden müssen. Der Masterplan wird ausgearbeitet, aber nicht erstellt, man hat ihn oder hat ihn nicht, jedenfalls nicht vorliegen. Nicht fußball-affines Anwendungsbsp.: „Der Erdbeerschorsch hat einen Masterplan ausgearbeitet, wie er aus der aktuellen Situation das Beste zu machen gedenkt.“ Die Wortverwendung ist häufig → doppeldeutig, daher irreführend bzw. im Sinne eines → Geheimcodes. Bsp. 1) :  „Der hat immer einen Masterplan.“ Heißt ( bewundernd ): „Der hat immer noch etwas in der Hinterhand.“ Oder umgekehrt ( abwertend ): „Der hat null Idee von gar nix.“ Bsp. 2) ...

Oh Boy!

Es sagten: „Nein, ich kann nicht warten.“ Gerard Depardieu (Schauspieler) bevor er in den Gang eines Flugzeuges pinkelte. „Sie muss oben geduldiger sein und unten aggressiver."  Michael Deyhle (Trainer von Hammerwurf-Vizeweltmeisterin Betty Heidler) im TV-Interview zwischen dem dritten und vierten Versuch während der WM in Daegu. "In dieser Woche wird niemand lachend im Training sein." Alex Schur (Trainer der U23 von Eintracht Frankfurt) nach der 0:8-Niederlage seiner Mannschaft beim FSV Mainz 05. „Keith Richards ist Schriftsteller des Jahres.“ (dpa-Meldung vom  7. September 2011) „Auch in Mecklenburg-Vorpommern geht eine Wahl nicht ganz ohne Scherz ab." Erwin Sellering, (alter und neuer Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern) in einem TV-Interiew am Wahlabend. „Lob macht faul.“ David Storl (Weltmeister im Kugelstoßen) zitiert seinen Trainer. „Wo sind denn die Jungen?“ Armin Veh (Trainer Eintracht Frankfurt) über die Nachwuchssituation des...

Kleines Fußball-ABC - Heute: "S" wie "Stoßstürmer"

Stoßstürmer, der ( pl. die): Nicht eindeutig definierter, aber vielfältig einsetzbarer Begriff für einen (Mittel-)Stürmer, der Tore schießt und/oder köpft, im Unterschied zu Stürmern, die selten oder gar keine Tore schießen und/oder köpfen. Vorbehalte gegen den Begriff werden mitunter durch „Gänsefüßchen“   signalisiert. Im Internet-urkundlich älteste Erwähnung der Stoßstürmers im Jahr 2002: „Sven Demandt soll als Stoßstürmer Ruhe ins Spiel (= von Viktoria Köln) bringen.“ Synonym verwendete Begriffe: → „Riese“, Kopfballungeheuer ( yellow press ), → „Hüne“ ( veralt.) →  „Sturmtank“, → „Brecher“ ( ugs .). Vereinzelt auch: → „Knipser“, bzw. in Kombination „Stoßstürmer mit Knipserqualität“ ( Bsp.:  Benjamin Auer, Michael Thurk), gelegentlich jedoch auch als Gegensatz ( Bsp.: „Die Zeiten des Knipsers sind vorbei, statt dessen wird mit einem Stoßstürmer gespielt.“) Grundsätzlich gilt: „Ein richtig guter Stoßstürmer wird immer gesucht, aber die richtig guten sind selt...

Aufsteigen oder nicht aufsteigen - das ist hier die Frage

Wie wir alle wissen, benötigt die Eintracht, um aufzusteigen, dringend noch einen „Stoßstürmer“. Jeder weiß es, die Hähne krähen es von den Dächern:  19 Millionen-Kader? Papperlapapp.  Alles nur auf dem Papier. Uns fehlt die Qualität, um aufzusteigen. Vielleicht klappt es doch, kann sein – aber – hauehaue – ohne weiteren "Stoßstürmer", da kann es verdammt eng werden. Und eine Garantie gibt es dann erst recht nicht. Klare Sache: Der "Stoßstürmer" muss her. Mindestens 3,50 groß soll er sein, damit er vorne die Dinger reinmacht, die andere eben nicht reinmachen. Außerdem haben wir dann „auch mal“ eine Alternative, weil: Wenn wir mit zwei Stürmern anfangen und dann fällt einer aus, und wir haben keinen "Stoßstürmer" mehr auf der Bank, den wir nachschieben können, dann Gnade uns der Fußballgott. Wirklich dumm also, dass die Kohle fehlt bzw. der Vorstand erst dann bereit ist, sie herauszurücken, wenn vorher ein anderer Spieler verkauft wird. Das ist eine Frage...